Das Nibelungenlied: Heldenepos oder Liebesgeschichte? Dem möchte Marget auf die Spur kommen, denn sie ist überzeugt, dass es sich dabei nur um die Liebe gedreht hat. Sie mietet sich für ein Forschungsretreat in einem abgelegenen Weingut ein, hoffend auf ausreichend Ruhe für ihr Vorhaben. Den Anfang genießt sie noch alleine. Doch, wie es so üblich ist, bleibt es nicht dabei. Volkmar taucht auf, ein Lautenspieler, will nur eine Nacht bleiben. Das Vermieterehepaar rund um die geschäftige Kriemhild glaubt sogleich an ein verstecktes Spiel der beiden und beginnt diverse Versuche der Kuppelei.
Währenddessen entdeckt Marget ein pikantes Geheimnis, und das kurz aufgetauchte Ehepaar Zagel geht ihr mächtig auf die Nerven.
Der Winzerhof scheint noch so manch anderes Geheimnis zu hüten. Die ein oder anderen Enthüllungen samt Tragödien tröpfeln ein, einem guten Wein nicht unähnlich ob der Wirkung, die man im Leserausch mehr als genießen kann.
Krömer schafft hier auf seinen knapp 130 Seiten ein wunderbares Bild davon, was die Liebe sein kann oder sein soll. Es wird ein Totengesang auf dieses Gefühl, ähnlich wie das Nibelungenlied uns als ein Requiem für den tragischen Helden beglückt, der selbst nicht frei von Unschuld war.
Allein die Eröffnungssequenz ein wunderbare Zusammenfassung der Sage rund um Siegfried und Hagen und all deren Zeitgenoss:Innen macht diesen Roman mehr als wert.
Die Sprache ist wunderbar gewählt, lässt uns staunen und schmunzeln, und vergnügt eine Seite nach der anderen aufschlagen, bis wir am Ende selbst merken: was wäre eine Welt ohne der Liebe. Möge es jede und jeder selbst für sich entscheiden (und wahrscheinlich unisono zum selben Schluss kommen).
Sehr gerne gelesen, gebe ich eine begeisterte Leseempfehlung für diesen kleinen, aber sehr feinen Roman.