Sehr gutes Buch, wenn auch nicht so gut Wie das Prequel
Nach dem Prequel war ich vollkommen hin und weg und habe mich riesig auf Divine Rivals gefreut. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich stellenweise enttäuscht wurde. Das Buch ist keineswegs schlecht. Im Gegenteil: Der Schreibstil ist trotz der Erzählperspektive wieder wunderschön, fast zart, und ich habe jedes einzelne Wort gern gelesen. Die Geschichte ist spannend, atmosphärisch und emotional fein erzählt. Und doch fehlte mir etwas Wesentliches. Vor allem das Worldbuilding blieb für mich zu dünn. Es mangelt an Erklärungen, an Tiefe, an Kontext. Ohne das Prequel hätte ich vermutlich tausend Fragen gehabt und mich stellenweise verloren gefühlt. Gerade im Vergleich zu Wild Reverence wirkte Divine Rivals für mich weniger ausgearbeitet und weniger tragend. Auch die Liebesgeschichte entwickelte sich mir etwas zu schnell. Iris Erkenntnis, in Roman verliebt zu sein, kam für mich zu früh und fühlte sich nicht ganz verdient an. Interessanterweise verspüre ich nach dem Lesen kein starkes Bedürfnis, direkt zu Band 2 zu greifen. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich das Buch größtenteils in der Schule gelesen und in einer Pause beendet habe ohne den Raum, den diese Geschichte vielleicht gebraucht hätte. Ganz sicher bin ich mir da selbst nicht. Trotz allem bleibt Divine Rivals ein sehr gutes Buch. Eines mit poetischer Sprache, starken Momenten und spürbarem Herz. Und auch wenn das Verlangen fehlt, werde ich Band 2 lesen weil diese Welt und diese Autorin es dennoch wert sind.