Eigentlich dachte ich, dass ich die Geschichte von Rosa Parks kenne, doch schon nach dem Vorwort dieses Buches wurde mir klar, dass ich doch einige Lücken hatte.
Rosa Parks ist die Ikone der Bürgerrechtsbewegung Anfang der 1950er Jahre in den Vereinigten Staaten. Ihr rechtlicher Beistand war der damals neu nach Montgomery gezogene Dr. Martin Luther King jr.
Es war kein Zufall, dass gerade Rosa Parks Geschichte der Präzedenzfall vor Gericht wurde, der zu einer Gesetzesänderung für Schwarze führte. Es gab zuvor schon eine 15-Jährige mit einem ähnlichen Fall, die jedoch kurz darauf schwanger und als ungeeignet angesehen wurde, um damit in die Öffentlichkeit zu gehen man brauchte eine tadellose, unbescholtene schwarze Frau. Genau das war Rosa Parks: verheiratet, ohne Vorstrafen und ohne dass, wenn man in ihrer Vergangenheit wühlen würde, etwas zu finden wäre.
Zugleich mit der Gerichtsverhandlung über ihr nicht gesetzeskonformes Verhalten, im Bus nicht für Weiße aufzustehen und den Platz freimachen, wurde in Montogomery zu einem Busboykott aufgerufen. Sie stellten die größte Gruppe jener dar, die Busse nützten, wurden als Kund*innen jedoch schlecht behandelt. Nicht nur, dass sie für Weiße aufstehen mussten, sie mussten die Fahrkarte zwar vorne kaufen, dann Aussteigen, um den hinteren Eingang des Busses zu verwenden, wobei der Bus oftmals davonfuhr statt kurz auf sie zu warten.
Rosa Parks erzählt in ihren Erinnerungen über ihre Kindheit, die Begegnungen mit Dr. Martin Luther King und seinem Aufruf zum gewaltlosen Widerstand, vom Schock über die lebensgefährlichen Angriffe auf seine Person und das tödliche Attentat. Sie verfolgte den Wandel von Malcolm X, wie er zuvor als gewalttätiger Kämpfer für die Bürgerrechte, nach einer Reise nach Mekka zum Islam konvertierte und auch wie er zu früh ermordet wurde.
Wow, das war ein Buch, ich konnte es kaum aus der Hand legen Rosa Parks Erinnerungen sind auf 180 Seiten sehr interessant und es wird mit dem Gerücht aufgeräumt, dass Rosa Parks zu müde war, um aufzustehen. Die Sprache ist weder literarisch noch elaboriert hochgestochen und vielleicht gerade deswegen ist das Buch so authentisch.