Unterhaltsames Buch über indische Mythologie mit humorvollen Elementen und einer gelungenen Chrakterentwicklung.
Aru Shah lebt im Museum für altindische Kunst und Kultur, in dem sich eine unscheinbare Öllampe befindet. Ihre Mutter, die Leiterin des Museums, hat ihr strengstens verboten, diese anzuzünden, da sie verflucht ist. Doch Arus Mitschüler forden sie heraus, und sie muss sich vor ihnen beweisen. Sie zündet sie Lampe an und weckt damit den Schläfer. Nun liegt es an Aru, die Welt vor ihrer Zerstörung zu bewahren. Doch diesen Weg beschreitet sie nicht allein...Da ich mich vor dem Lesen noch nicht mit der indischen Mythologie auseinandergesetzt hatte, war ich zunächst unsicher, wie gut ich dem Inhalt folgen können würde. Umso überraschender war es, wie einfach mir der Einstieg in die Geschichte gelang. Vor allem der einfache und gut verständliche Schreibstil der Autorin half dabei, komplexe mythologische Inhalte nachvollziehen zu können. Zudem beschreibt die Autorin die Geschehnisse detailreich und anschaulich, sodass ich mir als Leser die Handlung wunderbar bildlich vorstellen konnte. Dadurch wirkte die Geschichte lebendig, und ich konnte dieser jederzeit problemlos folgen.Teilweise bin ich beim Lesen über viele ungewohnte Namen gestolpert. Jedoch war das Glossar am Ende des Buches, in dem die Namen erklärt werden und Hinweise zur richtigen Aussprache gegeben werden, sehr hilfreich. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass kurze Erklärungen oder Aussprachehilfen direkt auf der jeweiligen Seite zu finden wären, da das Hin- und Herblättern den Lesefluss stellenweise beeinträchtigte.Außerdem empfand ich die humorvollen Stellen des Buches besonders gelungen und amüsant, sie lockerten die Geschichte immer wieder auf und sorgten für ein kurzweiliges Leseerlebnis. Auch die Entwicklung der Protagonistin Aru sehe ich sehr positiv. Anfangs war sie mir oft etwas unsympathisch, da sie häufig log und dadurch oft unzuverlässig wirkte. Im Laufe des Buches wächst sie allerdings über sich hinaus, lernt, dass es besser ist, die Wahrheit zu sagen und setzt ihre seltener gewordenen Lügen gezielter und sinnvoller ein, was sie als Figur reifer und sympathischer erscheinen lässt.Die Spannung war von Anfang an vorhanden, doch im Mittelteil des Buches flachte sie ab. Durch einige eher nebensächliche Handlungen wirkte das Buch dann doch stellenweise etwas langatmig. Zum Glück nahm die Spannung am Ende wieder deutlich zu.Insgesamt tragen die humorvollen Szenen und die gut ausgearbeiteten Charaktere dazu bei, dass das Buch trotz kleiner Längen sowohl Leser, die sich bereits mit der Hindu-Mythologie auskennen, als auch Leser, die noch keinerlei Berührungspunkte damit hatten, gut unterhält.4/5 Sterne