Ein spannender Beginn für eine wundervolle Reihe.
Elvis hat eigentlich alles, was er sich wünschen kann: ein gemütliches Zuhause, eine liebe Dosenöffnerin, einen Balkon, auf dem er singen und die Umgebung beobachten kann. Doch das alles verändert sich, als sein Frauchen Klärchen plötzlich verschwindet. Zunächst denkt er noch, sie sei vielleicht in Urlaub gefahren, doch dann wird die Wohnung ausgeräumt und er landet im Tierheim - dem Knast.Für Elvis ist klar, er wird ausbrechen und er wird Klärchen wiederfinden. Und er weiß auch schon, wo er suchen muss, nämlich in Koblenz ...Ja, ich habe gerade den dritten Teil dieser kleinen Reihe gelesen, während der erste noch auf meinem SuB lag. Auf diese Reihe bin ich durch den zweiten Band letztes Jahr gestoßen, den ich ebenfalls als Rezensionsexemplar bekommen hatte. Damals war mir klar, ich muss den Anfang der Geschichte kennen lernen.Sagenroth hat die einzelnen Bände so gestaltet, dass man sie unabhängig voneinander lesen kann. Ja, es gibt kleine Hinweise auf Dinge, die bereits geschehen sind in den Vorgängerbänden, doch es ist nicht unbedingt notwendig, diese zu kennen. Wer allerdings die ganze Geschichte lernen möchte, der ist hier bestens aufgehoben.Elvis, der 10-jährige Stubenkater wird zum Straßenkater und entdeckt die Altstadt von Koblenz. Er findet einen neuen Dosenöffner, doch er bleibt auf der Suche nach Klärchen. Dabei stößt er nicht nur auf ein, sondern auf zwei Verbrechen in der Nachbarschaft und nimmt sich ihrer an. Das eine ist ein Cold Case, der schon neun Jahre zurückliegt und vielleicht am kniffligsten für den samtphötigen Ermittler ist. Doch Elvis gelingt es, einen wichtigen Zeugen von damals aufzuspüren.Der zweite Fall ist der eines verschwundenen Mädchens. Wer die restlichen Bände gelesen hat weiß, dass die Familie weiterhin eine Rolle spielt. Hier werden die Grundpfeiler für diese Beziehung gelegt, auch dafür, wo Elvis später wohnt. Ebenso seine Beziehung zu der hübschen Katzendame Chloe und deren düsteres Geheimnis, was später nie wieder erwähnt wird.Die Stadt wird hier rudimentär geschildert, Elvis kennt sich noch nicht aus, so bleibt es größtenteils bei Straßen- oder Gassennamen, die er erst lernen muss. Aber er schlägt sich wacker und wird schnell zu einem festen Mitglied der Koblenzer Katzen-Community. Es gelingt ihm sogar, seinen Verbündeten Oscar aus dem Tierheim zu retten, etwas, womit dieser so gar nicht gerechnet hat.Sagenroth hat einen klaren, einfachen Stil, der die Geschichte zum Leben erweckt, vor allem aus Sicht der Tiere. Die Katzen können untereinander sprechen, jedoch nicht mit Menschen. Dennoch finden sie, wie Samtpfoten im wahren Leben, einen Weg, um ihrer Umgebung klar zu machen, wenn sie etwas wollen oder auf etwas hinweisen wollen.So ganz cozy ist dieser Band noch nicht, denn es geht unter anderem um Fremdenhass. Es wird hier ein wenig düsterer als in den Folgebänden, aber nicht zu dunkel. Es bleibt noch immer genug Raum für ein kleines Schmunzeln zwischendurch, wenn Elvis und Chloe durch Koblenz flitzen, um zu ermitteln und Spuren zu sammeln. Die Zwischenkapitel aus der Sicht der Menschen gibt dem Leser zudem mehr Informationen.Alles in allem ein schöner erster Band, der die Reihe erst komplett macht. Elvis, auf der Suche nach einem neuen Zuhause und nach seiner Halterin, der quasi in gleich zwei Verbrechen stolpert und versucht, Chloe mit Charme und Gesang für sich zu gewinnen. Ein schöner erster Band, den ich nur weiter empfehlen kann.