Der Sprung

Roman. Originaltitel: Der Sprung.
Buch (gebunden)
Kundenbewertung: review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.2
"Ihre Anwesenheit beunruhigte ihn. Das war es, was er am meisten an ihr mochte."
Dieser Artikel ist auch verfügbar als:
Buch (gebunden)

22,00 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
  • Bewerten
  • Empfehlen
Der Sprung als Buch (gebunden)

Produktdetails

Titel: Der Sprung
Autor/en: Simone Lappert

ISBN: 3257070748
EAN: 9783257070743
Roman.
Originaltitel: Der Sprung.
Diogenes Verlag AG

28. August 2019 - gebunden - 333 Seiten

Beschreibung

Eine junge Frau steht auf einem Dach und weigert sich herunterzukommen. Was geht in ihr vor? Will sie springen? Die Polizei riegelt das Gebäude ab, Schaulustige johlen, zücken ihre Handys. Der Freund der Frau, ihre Schwester, ein Polizist und sieben andere Menschen, die nah oder entfernt mit ihr zu tun haben, geraten aus dem Tritt. Sie fallen aus den Routinen ihres Alltags, verlieren den Halt - oder stürzen sich in eine nicht mehr für möglich gehaltene Freiheit.

Portrait

Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau in der Schweiz, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2014 erschien ihr Debütroman >Wurfschatten<, der auf der Shortlist des aspekte-Preises stand. Sie wurde mit dem Wartholz-Preis als beste Newcomerin ausgezeichnet, ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und Schweizer Kuratorin für das Lyrikprojekt >Babelsprech.International<. Sie lebt und arbeitet in Basel und Zürich.
Bewertungen unserer Kunden
Leben
von Frauloose - 09.09.2020
Manu steht auf dem Dach und ist im Begriff zu springen. Der Sprung wird sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen, ihre Eindrücke von der an ihr vorbeiziehenden Umgebung und das Gefühl in ihrem Körper. Doch es geht hier nicht nur um Manu, ihrer Beziehung zu Finn, der sich von ihrer hintergründigen Verletztheit angezogen fühlt und doch zu Manus Gefühlswelt keinen rechten Zugang findet, sondern auch um viele andere Protagonisten, welche ihr Leben zu meistern versuchen. Die Einzelschicksale werden nur angerissen und doch erfährt man genug um sich ein Bild machen zu können. Mir gefällt die Schreibart, so klar und trotzdem bildhaft. Während ich die verschiedenen Menschen beim Lesen etwas kennengelernt habe, habe ich immer wieder an Manu gedacht, ob sie den Sprung überlebt hat und was sie bewogen hat, sich und anderen diesen Sprung anzutun. Ich mochte sie und auch Finn. Überhaupt wirkten alle beschriebenen Personen mehr oder wenige nahbar und realistisch in ihrem Tun. Man kann sich in den einen oder anderen hineinversetzten. Eine bewegende Momentaufnahme gepaart mit einem kurzen Blick auf einen Teil einer Gesellschaft, in der jeder seinen eigenen Beweggründen nachgeht. Simone Lappert konnte mich mit diesem Buch bewegen und die Sprecherin Lotti Happle rundete das ganze mit ihrer angenehmen Stimme noch wunderbar ab.
Außergewöhnlich
von Anonym - 27.11.2019
Wie so oft beim Diogenes Verlag, gefällt mir das Cover überhaupt nicht, dafür ist das innere ein kleines Juwel. Nach dem Motto "dont change a book by its Cover!" Im Buch geht es um eine Frau, die auf dem Dach eines Hauses steht. Will sie springen? Es geht jedoch gar nicht allein und nicht im besonderen um diese Frau, sondern vielmehr um einige Menschen, deren Leben sich ändert, weil diese Frau eben auf dem Dach steht! Ein Polizist, der Freund der Frau die springen möchte, eine Ladenbesitzerin nahe des Hauses und ein Obdachloser um nur ein paar zu nennen. Vielleicht etwas verwirrend zu lesen aber ich sage euch, lest dieses Buch! Es ist so außergewöhnlich und war ein echtes Hightlight für mich! Das besondere sind einerseits die zufälle, welche aufgrund eines Ereignisses passieren können....wie alles zusammenhängt und wie viele Leben sich im kleinen, unbemerkt kreuzen. Die Autorin schafft es aber auch, obwohl sie im Buch über keine hauptperson schreibt, sondern über viele Randpersonen, diese so besonders zu schildern. Obwohl sie oft nur ein paar Seiten für die jeweilige Person hat, lernt man sie außergewöhnlich gut kennen, ihre kleinen alltagssorgen, ihre Wünsche und Träume. Ich habe so etwas in einem Buch selten oder sogar noch nie erlebt, mit wie wenig Worten die handelnden Personen einen erreichen können. Riesiges Lob an die Autorin und eine grosse Leseempfehlung an alle! Lest es, ich glaube kaum einer wird es bereuen!
Faszinierend
von Gisel - 26.11.2019
Auf einem Dach an einem Dienstagmorgen steht eine junge Frau in Gärtnerkleidung. Will sie sich in selbstmörderischer Absicht in den Tod stürzen? Die Polizei wird informiert, auch die Feuerwehr trifft ein, und natürlich die Presse, aber auch sonstige Schaulustige finden sich ein. Ein (vermeintlicher) Suizid als gesellschaftliches Ereignis und als Wendepunkt im Leben einiger Menschen - das ist ein Ansatz, der dem ganzen Geschehen eine völlig neue Sichtweise gibt. Anfangs ist das ein bisschen verwirrend, denn es tritt eine große Anzahl von Personen auf. Doch das Faszinierende an dieser Geschichte ist, wie autark jede dieser Figuren ihren Anteil daran weiter entwickelt, man meint, hier läge die Aufgabe der Autorin Simone Lappert nur am Aufschreiben der Geschehnisse. Dadurch wirkt diese Erzählung äußerst authentisch: Die Protagonisten erhalten genau den richtigen Raum, um sich selbst darzustellen. Hilfreich ist es dabei, dass jedes Kapitel mit dem Namen der Person versehen ist, die gerade im Fokus des Geschehens steht. Nicht alle Handlungsfäden werden ganz zu Ende gebracht, aber auch das passt genau zu dieser Geschichte. Dieses Buch hinterlässt mehr als nur einen ersten Eindruck. Die Reaktionen der Menschen sind äußerst genau eingefangen, bei manchen Szenen lacht man erstmal los, um dann nachdenklich nochmal darüber zu lesen. Es gibt nicht viele Bücher, denen dieses auf Anhieb mit einer solchen Leichtigkeit gelingt. Unbedingt empfehlenswert!
Leben oder Sterben?
von Klaraelisa - 23.11.2019
In Simone Lapperts Roman "Der Sprung" steht eine Frau namens Manu auf dem Dach eines Hauses. Was hat sie vor? Der Roman ist in drei große Kapitel unterteilt: Der Tag davor, Erster Tag und Zweiter Tag. Vor jedem Kapitel findet sich ein Abschnitt aus der Sicht der Protagonistin, die das Fallen beschreibt und was sie dabei denkt und fühlt bis zum Aufprall. Hat der Sprung in den Tod bereits stattgefunden? Eine große Zahl kürzerer Kapitel bietet den Blick einer Vielzahl von Personen auf die Ereignisse. Diese Menschen stehen Manu nahe oder kennen sie flüchtig: Maren, Felix, Finn, Theres, Egon, Winnie, Astrid usw. Sie haben alle ihre eigene Geschichte, Schwierigkeiten im Alltag, belastende Erinnerungen. Gleichzeitig erfährt der Leser auch einiges über Manu, z.B. durch ihre Schwester Astrid oder ihren Freund Finn, der allerdings nicht einmal ihren Nachnamen kennt, geschweige denn ihre Vergangenheit. Niemand liefert jedoch irgendeine Information, die einen Todeswunsch erklären könnte. Während Manu auf dem Dach bis zur Kante hin und herläuft, sammelt sich unten eine Menschenmenge, die vor allem eins will: das Foto des Todessprungs schießen. Die Polizei ist im Einsatz, hat eine Absperrung angebracht und nimmt von der obersten Wohnung aus Kontakt zu der Frau auf, um ihren Selbstmord zu verhindern. Man lässt niemand zu ihr, nicht einmal ihren Freund Finn. Manu verlässt das Dach nicht, sondern bekommt dort Wutanfälle und wirft immer wieder Dachziegel und Gartengeräte nach unten. Das Drama zieht sich über zwanzig Stunden hin. Die Autorin zeichnet das Porträt einer Kleinstadt an der Schweizer Grenze und ihrer Bewohner. Anfangs ist die Personenvielfalt etwas verwirrend, jedoch werden viele Figuren dem Leser im Laufe der Geschichte sehr vertraut. Wir erleben, wie die Extremsituation eines scheinbar bevorstehenden Selbstmords sie alle verändert. Sie setzen sich mit belastenden Erinnerungen auseinander, treffen wichtige Entscheidungen für ihr Leben oder wagen einen längst überfälligen Neuanfang. Das wird von der Autorin, die übrigens mit dem bekannten Schweizer Autor Rolf Lappert verwandt ist, spannend und auch sprachlich sehr überzeugend dargestellt. Ein beeindruckender Roman.
Eine Frau auf dem Dach, wird sie springen?
von dreamlady66 - 19.11.2019
(Inhalt, übernommen) Dienstagmorgen in einer mittelgroßen Stadt. Manu, eine junge Frau in Gärtnerkleidung, steht auf dem Dach eines Mietshauses. Sie brüllt, tobt, wirft Gegenstände hinunter, vor die Füße der zahlreichen Schaulustigen, der Presse, der Feuerwehr. Die Polizei geht von einem Suizidversuch aus. Einen Tag und eine Nacht lang hält die Stadt den Atem an. Für Finn, den Fahrradkurier, der sich erst vor kurzem in Manu verliebt hat, bleibt die Zeit stehen. Genau wie für ihre Schwester Astrid, die mitten im Wahlkampf steckt. Den Polizisten Felix, der Manu vom Dach holen soll. Die Schneiderin Maren, die nicht mehr in ihre Wohnung zurückkann. Für sie und sechs andere Menschen, deren Lebenslinien sich mit der von Manu kreuzen, ist danach nichts mehr wie zuvor. Ein lebenspraller Roman über eine eigenwillige Frau und über die Schicksale, an denen wir voreingenommen oder nichtsahnend vorübergehen. Mit Esprit, Sinnlichkeit und Humor erzählt Simone Lappert vom fragilen Gleichgewicht unserer Gegenwart. Zur Autorin: Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau in der Schweiz, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2014 erschien ihr Debütroman 'Wurfschatten', der auf der Shortlist des aspekte-Preises stand. Sie wurde mit dem Wartholz-Preis als beste Newcomerin ausgezeichnet, ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und Schweizer Kuratorin für das Lyrikprojekt 'Babelsprech.International'. Sie lebt und arbeitet in Basel und Zürich. Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit: Die Autorin Simone Lappert hat ein interessantes Buch geschrieben und der Leser will unbedingt wissen, was es mit dem Sprung auf sich hat? Die Frage nach dem wieso, weshalb, warum wird uns hier näher gebracht. Einzelne Protagonisten treten auf und stellen sich gemeinsam mit ihr dieser Herausforderung, jeder mit einem anderen Lebensziel, spannend. Die diversen Sequenzen kommen authentisch herüber und die vielen Verschiedenheiten, die die Autorin dem Leser vor Augen führt, geben dem Buch eine gewisse Tiefe und lassen es lebendig erscheinen. Dazu ein flüssiger und wirklich gut lesbarer Schreibstil runden das Gesamtpaket. Ein tolles Buch mit einem interessanten Plot, der auch mich teilweise an meine Grenzen führte - überzeugt Euch gerne selbst... Danke an vorablesen.de für diesen Buchgewinn!
Zwei folgenschwere Tage in Thalbach
von Claudia S. / Kreis HD - 13.11.2019
Manu steht auf dem Dach. Eine Anwohnerin informiert die Polizei. Feuerwehr und Rettungskräfte jeder Art rücken an, das Viertel steht Kopf, alles ist anders und eine ganze Reihe Menschen, die mehr oder weniger direkt mit Manu zu tun haben oder hatten, werden in einen Strudel gezogen, der ihr Leben verändert. Anfangs hatte ich ein paar kleine Probleme, mich in die Story zu finden. Die einzelnen Kapitel sind mit dem Namen derjenigen Person versehen, die darin die Hauptrolle spielt. Insgesamt werden sehr viele Namen genannt (mehr als 20 - da muss man sehr aufpassen) und man ahnt zunächst nicht, wer wie mit Manu zu tun hat und warum. Nach und nach erklären sich die Zusammenhänge. Es zeichnet sich ab, wie wir alle durch jede unserer Handlung eine Art Kettenreaktion auslösen. Mal ist sie kleiner, mal größer, aber irgendwie verbindet uns jede unserer Handlungen mit endlos vielen Personen. Aber nicht nur das - diese Personen finden auch wieder untereinander Berührungspunkte, und seien sie auch noch so klein. Es ist ein wunderbares Netz, das hier gesponnen wurde. Durch diesen Stil mit den Kapiteln der einzelnen Figuren sieht man Manu und ihr Handeln aus unterschiedlichen Perspektiven. Es gibt keinen allwissenden Erzähler im üblichen Sinne und das ist einzigartig zu lesen. Jede Figur hat ein eigenes, nicht wirklich leichtes Schicksal. Alle haben einen prall gefüllten Lebensrucksack, der ihnen mehr oder weniger schwer zu schaffen macht. Der eine stürzt ab, der andere steigt auf, die eine sprengt alle Ketten, die nächste verliert alles - Simone Lippert hat die ganze Bandbreite des Lebens in dieses wunderbare Büchlein gepackt, ohne lächerlich zu werden oder unlogische Wendungen einzubauen. Sehr oft ist das Buch melancholisch, traurig und dunkel, aber insgesamt geht es mitten ins Herz, lässt auch immer wieder lachen und am Ende erkennen, dass alle Hochs und Tiefs haben und man selbst nicht besser oder schlechter als andere dran ist. Jeder kann sich in der einen oder anderen Figur zumindest ein bisschen wiederfinden. Das Ende ist quasi ein explodierendes Munitionslager. Alles ist danach anders, nichts mehr, wie bisher. Viele lose Enden bleiben übrig und dennoch ist das Buch komplett und rund. Das muss man erst mal so hinbekommen! Und immer wieder gibt es Momente, die fast schon philosophisch sind. So zum Beispiel, wenn Henry Lukas fragt, was ihn tröstet und dieser dann meint, dass nichts so bleiben wird, wie es ist und dies noch ausführt. Einfach super schön und für mich auch wirklich ein tröstender Gedanke, gerade im Hinblick auf die Geschichte der beiden. Oder wie Moosbach aufzählt, was er schon so alles verschwinden hat sehen. Da fehlen mir die Worte, um zu sagen, wie wunderschön dies geschrieben ist. Störend empfand ich, dass viele Fragesätze ohne Fragezeichen waren und auch der Ausdruck "Anfang Jahr" oder "Anfang Monat" kam öfter vor - für mich klingt das nach einem Fehler. Doch diese beiden Punkte wiegen nicht sehr schwer und das Büchlein hat mich so sehr bewegt und berührt, dass ich die vollen fünf Sterne geben möchte. Es ist eines meiner Jahreshighlights, definitiv!
Faszinierende Charakterzeichnungen
von P. M. - 12.11.2019
Eine junge Frau steht auf einem Dach und springt in die Tiefe. In fast schon poetischen Bildern werden ihre Eindrücke vor dem Absprung gezeichnet. Dann die Rückblende, 24 Stunden vor dem Sprung. Ein kleiner Ort im Frühsommer, ein alteingesessenes Cafe. Dort kehren viele der Ortsansässigen ein, in deren Leben in den kommenden Stunden einiges durcheinandergerüttelt wird. Scheinbar zusammenhanglos erzählt die Autorin von diesen Menschen, denen jeweils eigene Kapitel gewidmet sind. Erst nach und nach gewinnen diese Personen an Tiefe, werden Verknüpfungen sichtbar. Deutlicher und einfacher vorstellbar sind da die Szenen, die sich vor dem Haus mit der vermeintlichen Selbstmörderin abspielen. Da sammeln sich die Schaulustigen, zücken ihre Handys, feuern die Frau an, endlich zu springen. Picknicks werden veranstaltet, Kamerateams rücken an¿ Bis spät in die Nacht halten die Gaffer aus, um ja nichts zu verpassen. Doch während die junge Frau auf dem Dach langsam müde wird und man immer mehr begreift, dass sie keinesfalls Suizid begehen will, haben sich für Felix, Maren, Theres und die anderen teils dramatische Veränderungen ergeben. Spektakulär sind in diesem Roman nicht die Ereignisse auf dem Dach und schon gar nicht die abstoßende Menge vor dem Haus. Faszinierend sind die unscheinbaren, unauffälligen Menschen, denen die Autorin ein Gesicht gegeben hat. Nicht alle Fäden werden am Ende verknüpft, nicht jede Geschichte auserzählt, aber auch das passt. Simone Lappert hat ein absolut lesenswertes Buch geschrieben! In kurzen Kapiteln gelingt es ihr mit unglaublich präzisen Formulierungen, Orte und Personen zum Leben zu erwecken.
Verwobene Schicksale
von Naraya - 01.11.2019
Eigentlich liebt Manu das Leben. Sie versteht sich als Störgärtnerin und rettet Pflanzen aus Umgebungen, in denen diese - ihrer Meinung nach - nicht atmen und sich nicht mit anderen Pflanzen vernetzen können. Auch auf Finn, ihren Freund, macht sie einen starken, wenn auch manchmal etwas seltsamen Eindruck. Und dennoch steht Manu eines Tages auf dem Dach eines Wohnhauses, ganz nah an der Kante, schreit und tobt und am Ende, da schreitet sie einfach über den Dachrand hinaus ins Leere. Durch dieses Ereignis gerät das Leben der unterschiedlichsten Menschen in dem kleinen Städtchen Thalbach aus den Fugen. Da sind zum Beispiel Theres und Werner, deren kleiner Kiosk schon seit geraumer Zeit kaum noch Kundschaft hat. Während Theres umso härter arbeitet, bleibt Werner völlig depressiv zurück, so dass er manchen Tagen gar nicht mehr aus dem Bett aufsteht. Als sich jedoch die Menschenmenge versammelt, um nicht zu verpassen, was mit der Verrückten auf dem Dach geschieht, erfährt der Laden einen ungeahnten Aufschwung. Denn Hunger und Sensationsgier, das verträgt sich nicht. Doch wo Theres und Werner von dem Spektakel profitieren, haben andere darunter zu leiden: die launische Edna beispielsweise wird durch Manu auf dem Dach an ein Ereignis aus ihrer Vergangenheit erinnert, das sie völlig aus der Bahn geworfen hat. Erschüttert verbarrikadiert sie sich in ihrer Wohnung und wartet darauf, dass wieder Normalität einkehrt. Neben diesen drei Personen gibt es noch zahlreiche mehr, die im Buch zu Wort kommen. Polizist Felix spricht mit Manu auf dem Dach, Schülerin Winnie sitzt unten in der Menge. Der Obdachlose Henry lebt in der Nähe des Gebäudes in einem Park, Maren jedoch im Haus selbst. Arbeiter Egon beobachtet das Geschehen vom Café gegenüber und der geheimnisvolle Ernesto verfolgt das Ganze im Fernsehen. Aber auch Vertraute von Manu kommen zu Wort, ihr Freund Finn und ihre Halbschwester Astrid liefern jeweils Puzzleteile, um das Rätsel um Manu zu lösen. Finn liefert die Gegenwart, erzählt, was er an Manu liebt und glaubt, sie zu kennen, obwohl er nicht einmal ihren Nachnamen weiß. Astrid hingegen präsentiert uns Manus Kindheit; eines Mädchens, das ihre Schwester immer beschützt hat; eine, die nie vor etwas Angst hatte. Mit Der Sprung ist Simone Lappert ein grandioser Roman gelungen. In kraftvollen Worten beschreibt sie, wie sich das Leben in der Kleinstadt durch Manu und den Sprung vom Dach verändert. Es wird durcheinandergewirbelt und neu zusammengesetzt, ob die Betroffenen es wollen oder nicht. Dabei entstehen sowohl positive als auch negative Konsequenzen, doch das Wichtigste ist: es verändert sich etwas; in den Köpfen der Menschen, aber auch in ihren Herzen. Der Sprung befasst sich nicht nur mit Manu und dem Grund, warum sie sich auf diesem Dach befindet. Nein, der Roman geht viel weiter darüber hinaus. Er spricht von Liebe und Hoffnung, von Verzweiflung und Schuld, von Einsamkeit und Gemeinschaft. Ein wunderbarer Roman, dessen Figuren noch lange nach dem Ende in einem nachklingen.
Niemand lebt für sich allein
von schokoflocke - 25.10.2019
Es war ein ganz normaler,gewöhnlicher Tag , bis plötzlich so einiges aus der Konrolle geratten ist.Eine Passatin endeckt zufällig eine Frau auf dem Dach,die Polizei kommt,die Schaulustige versammeln sich...Und während die Frau auf dem Dach verharrt und einige warten bis sie endlich springt,verändert sich das Leben von elf Menschen. So dramatich der Klappentext auch klang,die Geschichte ist eigentlich ganz ruhig und unaufgeregt.Ich war aber deswegen nicht enttäuscht,im Gegenteil,es hat mir (besonders anfangs) gut gefallen.Die Geschichte ist in vielen Perspektiven und unterschiedlichen Handlungssträngen erzählt und betrifft ganz normale,alltägliche Sorgen,was ich sehr erfrischend fand.Da die Protagonisten aus unterschidlichen gesellschaftlichen Schichten kommen (von Politikerin bis zu Obdachlosen) kriegt man ein interessantes und zutreffendes Bild unserer Gesellschaft.Die Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten ist der Autorin wirklich sehr gelungen und verdeutlich wie im Leben alles mit einander verbunden ist und manchmal uns unbekannte Menschen oder Ereignisse ,die nicht direkt mit uns zu tun haben,Einfluss auf unseres Leben und unsere Entscheidungen nehmen. Den Schreibstil fand ich flüssig und die Sprache einfach und leicht verständlich.Auch die Charaktere hab ich gemocht,vielleicht warem mir nicht alle gleich sympathisch,aber wirklich gut gezeichnet.Das Buch hat mich zwar nicht umgehauen ,dafür war es mir doch zu leichtfüssig,aber ich habe es gerne gelesen und mich dabei richtig gut unterhalten,auch wenn manche Entwicklungen zum Schluss mir zu happyend mässig waren.So im Ganzen ist das meiner Meinung nach ein gelungener Roman und macht mich auf weitere Werke der Autorin neugierig.
Alltagshelden
von paulaso - 18.10.2019
Dieser herausragende Roman liest sich durch die sinnliche Sprache, welche Simone Lappert verwendet auf der einen Seite fließend leicht . Man möchte das Buch nicht aus den Händen legen und am Liebsten in einem Zuge durchlesen. Doch die ergreifenden Schicksale der einzelnen Protagonisten sowie die interessanten Perspektiven, welche die Autorin aufzeigt, brachten mich dazu immer wieder inne zu halten und die einzelnen Kapitel zu durchdenken. Allen voran Manu, die springt... Warum und ob sie sich wirklich dazu entschieden hat zu springen wird erst im Laufe der Geschichte klar. Jeder Einzelne in den ineinander verwobenen Handlungssträngen hat auf sein Art mit dem Schicksal zu kämpfen. Das Gefühl, mit dem eigenen Schmerz alleine zu sein setzt sich bei den Protagonisten wie eine Kapsel im Herzen fest. Diese Kapsel scheinen sie zu bewahren wie einen Schatz, als würden sie etwas verlieren, sobald sie die Perspektive wechseln. Ein herausforderndes Buch, auch um darüber nachzudenken was das Leben lebenswert macht und ob nicht vielleicht in jedem von uns doch ein kleiner Alltagsheld steckt, der es verdient hat da zu sein - trotz oder vielleicht gerade wegen aller Niederlagen.
What a difference a day makes
von buchstabensuechtig - 16.10.2019
Das Buch beginnt mit dem Sprung. Es ist offenbar eine Frau, die hier springt - doch wer ist sie? Tags vor dem "Sprung" erleben wir Momenteinblicke an einer Ecke irgendwo im Nirgendwo: da ist Felix, der Polizist, den ein düsteres Geheimnis zur Unrast zwingt und der seine Freundin Monika, von ihm schwanger, damit im höchsten Grad verunsichert. Roswitha, die Kaffeehausbesitzerin mit ihrem Kaffee am Platz, wo alle irgendwie zusammenkommen. Egon, ein ehemaliger Hutmacher, in dessen Geschäft nun ein Smartphoneladen eingezogen ist und der jetzt im Schlachthaus arbeitet. Finn, der Fahrradkurier, der, seit er die geheimnisvolle Pflanzenversteherin Manu kennt, nicht mehr sicher ist, ob er wirklich mit dem Fahrrad auf Welttour gehen will - oder eher bei Manu bleiben sollte. Maren, die Schneiderin, die damit zu kämpfen hat, dass ihr vormals gemütlicher, genussorientierter Hannes seit seinem 40. Geburtstag nur mehr an Sport und seinen Körper denkt. Und Theres und Hannes mit ihrem Tante-Emma-Laden, den keiner mehr braucht. Doch als Manu plötzlich am Dach eines Hauses steht, eine aufmerksame Passantin darin einen Suizidversucht sieht und sofort Polizei und Feuerwehr einschaltet, finden diese ganzen losen Geschichten zusammen, es entsteht ein Gesellschaftsbild, Schicksale werden offenbart, Freundschaften geschmiedet und zerstört, lange zurückliegende Traumata kommen ans Tageslicht, ein Leben geht zu Ende. Was ein Tag, eine unbewusste Geste, ein falscher Blick, ein richtiges Wort, alles zu ändern vermag. Mitten aus dem Leben schreibt Simone Lappert mitreißend über ganz normale Menschen wie Du und ich. Beeindruckend.
Kein einfaches Buch, aber ich fand es gut
von Dark Rose - 16.10.2019
Felix desillusionierter Polizist mit schwangerer Frau. Maren eine übergewichtige Schneiderin die unglücklich in ihrer Beziehung mit einem Volldeppen ist, dem es in seiner Midlifecrisis nur noch um Training und Kalorienzählen geht. Egon der in einer Schlachterei arbeitet und früher ein Modegeschäft besaß, dem er noch immer nachtrauert. Er würde so gern mit Roswitha ausgehen, traut sich aber nicht, sie zu fragen. Finn der bis über beide Ohren in Manu verliebt ist und mit ihr zusammen Pflanzen rettet - oder klaut, je nachdem, wen man fragt. Henry ein Obdachloser. Theres, die mit ihrem Mann einen Laden besitzt und kurz vor der Pleite steht. Winnie, eine Schülerin, die unbedingt dazugehören will, egal, wie schlecht die Vorbilder der beliebten Schüler auch sein mögen, es aber nicht schafft. Edna, die auf Unterstützung des Amtes angewiesen ist, leidenschaftlich gerne raucht und sich um ihre Schildkröte kümmert. Sie ist es, die im Buch als erstes die Frau auf dem Dach entdeckt. Ernesto, ein Modedesigner der sich selbst für so wichtig hält, dass er nicht einmal weiß, wie man einen Fernseher bedient. Astrid, die unter ihrer grauenvollen Schwiegermutter leidet. Verwirrt? Ja, ich auch! Ich finde das Buch ist interessant gemacht. Eine Frau steht auf einem Dach und springt. Alle diese Charaktere kommen in irgendeiner Weise mit der Frau in Verbindung. Sie gibt ihrem Leben eine neue Richtung, aus den unterschiedlichsten Gründen. Es gibt aber auch Charaktere, die regelmäßig genannt werden, aber kein eigenes Kapitel bekommen, so zum Beispiel Roswitha die ein Lokal besitzt und bei vielen Charakteren als verbindendes Element dient. Ich finde den Aufbau an sich nicht schlecht, allerdings finde ich es schade, dass so viele Charaktere auftauchen, um dann nur angerissen zu werden. Also man erfährt etwas über die bevor die Frau auf dem Dach auftaucht und dann nochmal wenn sie auf dem Dach ist und das war es dann auch schon wieder. Ich finde das etwas zu knapp. Wenn man schon so viele Charaktere einführt, dann würde ich auch wissen wollen, wie es mit ihnen weitergeht, nachdem die Frau gesprungen ist. Hat ihr Selbstmord auch Auswirkungen auf die Leute? Ich denke, dass das bei einigen der Fall sein dürfte, nicht bei allen, aber bei einigen. Das hätte ich gern noch gelesen. Noch ein paar Worte zur Gestaltung: Ich mag die schlichten Cover des Diogenes Verlages ganz gern, was ich aber noch schöner finde, ist das Buch ohne Schutzumschlag darunter. Ich finde es schlicht und elegant, es wirkt "alt" im guten Sinne. Die Seitengestaltung gefällt mir auch sehr. Das Buch ist nur so groß wie ein Taschenbuch, die Seiten sind sehr dünn, aber scheinen nicht unangenehm durch. Was ich aber besonders gern mag, ist die Textur der Seiten, sie sind sehr glatt und fühlen sich einfach toll an, finde ich. Fazit: Die vielen Charaktere verwirren am Anfang total. Aber es lohnt sich, sich durchzubeißen. Ich habe die Lektüre nicht bereut, auch wenn es jetzt kein Buch ist, dass man einfach mal so liest. Man muss schon aufpassen und darf nicht der Versuchung erliegen abzudriften. Weil mir aber die Auswirkungen des tatsächlichen Sprungs gefehlt haben und es im Endeffekt nur um die Auswirkungen des "Auf-dem-Dach-stehens" ging und mir das Buch dadurch irgendwie abgehakt vorkam, bekommt es von mir 3 Sterne.
Meine Empfehlung
von Thomas Jessen - 05.10.2019
Ich muss tatsächlich gestehen, dass mich das Buch nicht zu 100% erreichen konnte. Ich denke, dass der Grund dafür ist, dass durch die verschiedenen Sichtweisen der vielen Figuren, sich das ganze wie eine Kurzgeschichtensammlung liest. Und da bin ich meistens raus aus der Geschichte. Kurzgeschichten, egal ob von einem Autor oder in einer Sammlung von mehreren Autoren sind einfach nicht mein Ding. Je mehr Seiten desto besser ist es für mich. Trotz alledem fand ich die Story sehr schön umgesetzt und ich bin überzeugt, dass dieses Buch viele Fans finden wird. Nahezu von der ersten Seite an herrscht eine Spannung vor, die sich bis fast zum Ende hin auf einem hohen Niveau hält. Interessante Figuren, die allesamt die nötige Tiefe haben, die alle ausreichend Raum haben und die mit zum Teil sehr schönen Dialogen aufwarten können. Durch die sehr bildhaften Beschreibungen der Schauplätze gelang es mir leicht in meinem Kopf ein Bild darzustellen. Wie Anfangs erwähnt, konnten mich das Buch und die vielen Szenenwechsel leider nicht ganz erreichen, weil es auf mich fast wie eine Kurzgeschichtensammlung wirkte. Ich persönlich mag keine Kurzgeschichten, aber ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Buch seine Leser finden wird. Denn ich glaube, dass es sich dennoch lohnt das Buch zu lesen. Gerade dann wenn man kurze und schnelle Szenenwechsel mag. Insgesamt komme ich dennoch auf 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.
Nimmt ganz schön mit
von SternchenBlau - 02.10.2019
"Der Sprung" ging mir an vielen Stellen sehr nahe und hat mich richtig mitgenommen. Das ist eine große Leistungen dieses Buchs. Aber genau deswegen stelle ich für das Buch diese Content Note voran. CN / Content Note / Triggerwarnung: Suizid, Tod von Kindern, Beschreibung großer Höhe KUNSTVOLL GEBAUT Die Protagonist*innen werden selbst getriggert, das ist integraler Bestandteil dieses Buches. Manchmal musste ich den Roman weglegen, weil er mir so zu Herzen oder zu Nieren ging. Das war intensiv, und ich finde es toll, wie Simone Lappert das schafft. Trotz dieser ernsten Thematiken erzeugt die Autorin in ihrer Sprache und Erzählweise immer wieder eine unglaubliche Leichtigkeit. Die Geschichte selbst wird zersplittert auf viele verschiedene, sehr unterschiedliche Protagonist*innen erzählt. Diese Leben sind verknüpft und auch die Vergangenheit dieser Protagonisten wirkt sich auf die Geschehnisse aus. Der Plot ist wirklich sehr geschickt und kunstvoll gebaut und verwoben. Daher möchte ich zum Inhalt kaum etwas verraten, weil mich einiges doch sehr überrascht hat und ich dieses Lesevergnügen jedem*r selbst überlassen möchte. Viele Stellen habe ich notierte, weil sie so schön und wahr sind, wie auch die Sätze des obdachlosen Poeten Henry, der seine Fragen an Passanten verkauft. "Hast Du den Trotz in ihrem Gesicht gesehen, die Wut in ihrem ganzen Körper? Wer schreit und tobt, wünscht sich nicht, das Leben wäre vorbei. Er wünscht sich, es wäre anders." Es ist manchmal wundervoll, wie das Leben so spielt, und manchmal bitter und traurig. Nur kleine Handlungen können zu großem Leid oder zu großer Freude führen. Das erzählt dieser Roman. TOLLE FRAUENFIGUREN Sehr gut gefallen hat mir zudem die feministische Sicht, die sehr implizit in den Text verwoben ist. Die Männer sind eher die, die nicht zu Potte kommen, sich mit Egokämpfen oder anderem aufhalten. Die Frauen gehen fast alle in ganz unterschiedlicher Weise einen Schritt nach vorne. Und dann kritisiert "Der Sprung" die Gesellschaft, das "Gaffertum", die kapitalistischen Zyklen, die Feindseligkeiten gegenüber den Ausgestoßenen. ZERSPLITTERT Dass diese Geschichte zersplittert ist, macht sie aus. Aber manchmal war sie mir zu zersplittert. Oder manchmal wiederum ein Splitter zu viel, wenn ich mir dachte, ja, das habe ich jetzt schon verstanden. Manche Splitter hingegen fehlten mir. So gab es ein, zwei Protagonisten, bei denen ich bis zum Schluss überlegen musste, wer sie denn jetzt waren. Dass nicht alle Stränge auserwählt werden, macht eine solche Geschichte ebenfalls aus, dennoch fehlte mir hier das Gefühl eines Endes. Und an die zentrale Figur kam ich am allerwenigsten ran. Wieder das Teil des Konzepts, das ist mir bewusst, aber auch hier hatte ich das Gefühl des Bedauerns. So ließ mich das Buch etwas unbefriedigt zurück. Ich muss gestehen, dass das Buch für mich vielleicht auch unter der großen Erwartungshaltung geächzt hat, weil ich schon mitbekommen habe, dass viele Leser*innen es so großartig fanden (ohne, dass ich Rezensionen gelesen hätte). Da fallen mir dann kleinere Schwächen deutlicher auf, eben weil ich Perfektion erwarte. FAZIT In vieler Hinsicht ist "Der Sprung" ein tolles Roman, der aber für mich von der Perfektion doch noch ein Stück entfernt ist. Für die tolle Sprache und die kluge Konstruktion gebe ich 4 von 5 Sternen. Von der Autorin werde ich sicherlich wieder etwas lesen.
von Frollein von Kunterbunt - 25.09.2019
Eine Frau steht auf dem Dach und möchte hinunter springen, so fängt die Geschichte an. Aus 10 unterschiedlichen Perspektiven erzählt die Autorin, wie die anfangs namenlose Protagonistin an dem Punkt angelegt ist, der sie dazu bewegt ihr Leben beenden zu wollen. Oder will sie das vielleicht doch gar nicht? Die Geschichten und der Alltag der 10 anderen Protagonisten ist dabei mehr oder weniger eng mit dem Leben der Springerin verbunden und indem wir vom jeweiligen Verlauf der 24 Stunden vor und nach dem Sprung lesen, erfahren wir nicht nur mehr über den Menschen auf dem Dach, sondern auch vom Leben der anderen Einwohner der Kleinstadt, wie sehr alles miteinander zusammenhängt und wie schnell sich ein Leben um 180° drehen kann. Anfangs etwas melodramatisch wird die Grundstimmung im Verlaufe der ersten Seiten schnell etwas positiver. Die Charaktere sind allesamt so herzlich unperfekt, dass man sie der Autorin sofort abnimmt. Jedem vom ihnen wohnt etwas ganz Magisches Inne, egal, ob es in der Vergangenheit passiert ist oder ob dafür im Verlaufe der Geschichte erst der Grundstein gelegt wird. Dabei passieren außergewöhnliche Wendungen, die stark an den Hundertjährigen von Jonas Jonasson erinnern. Wendungen, die so nur in der Fantasie möglich sind, die wir uns aber auch alle für das reale Leben wünschen. Auch wenn am Ende alle Fäden nahtlos ineinander überlaufen und man nur beeindruckt davon sein kann, wie es die Autorin schafft alle Handlungsstränge zu einem großen Gesamtbild zusammenlaufen zu lassen, so bleibt das Gesamtbild doch blass. Handwerklich wie auch sprachlich ist an dem Buch nichts auszusetzen, dennoch frage ich mich am Ende, was genau mir die Geschichte nun sagen wollte. Ich bleibe etwas unbeeindruckt zurück, fühlte mich während des Lesens aber gut unterhalten.
Das beste Buch seit langem!
von Lorena - 24.09.2019
Ich bin begeistert! Der Sprung ist eines der besten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Ein Buch, das einen ganz schnell in seinen Bann zieht. Simone Lappert schafft es, den Leser in das Leben verschiedener Stadtbewohner einzuführen und eine Lebensgeschichte ist interessanter als die andere. Die Erzählperspektive wechselt ständig und so erfährt man aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, was an den zwei entscheidenden Tagen rund um den Sprung in der Stadt passiert, aber auch, was die verschiedenen Charaktere dahin gebracht hat, wo sie heute sind. Lappert führt mit ihrem Buch vor Augen, wie klein die Welt manchmal ist, welche großen oder kleinen Verbindungen zwischen den verschiedensten Menschen besteht, oft unbemerkter Weise. Das Buch ist gespickt mit kleinen Details, die den Figuren Tiefe geben und sie einem ans Herz wachsen lässt. Wirklich toll!
Eine tolle Geschichte über Menschen in allen Facetten, empfehlenswert
von duenefi - 23.09.2019
"Der Sprung" von Simone Lappert hat mir wirklich gut gefallen. Die Autorin erzählt eine detailreiche Geschichte von Menschen in allen Facetten, von Mut und Feigheit, von Gehässigkeit und Großherzigkeit, von Affären und Geheimnissen und davon, wie klein oder wie groß die Welt ist. Der Schreibstil liest sich flüssig, die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und man entwickelt so einige Sympathien und auch Antipathien. Manu steht auf dem Dach und scheint springen zu wollen. Warum? Wer ist sie? Wer kennt sie? Es bildet sich eine Menschenmenge, Gaffer, Schaulustige und Anwohner sehen zu und fiebern mit. Es werden einige Ereignisketten in Gang gesetzt, Leute lernen sich kennen, und der zentrale Punkt, an dem alles zusammenläuft, ist Roswitha. Das Lesen hat viel Spaß gemacht und bei einigen Ereignissen habe ich wirklich mitgefiebert... Das Cover gefällt mir nicht sonderlich, sonst kann ich nichts Negatives sagen - absolute Empfehlung!
Auswirkungen eines Einzelschicksals
von Miri - 23.09.2019
Eine junge Frau, offenbar selbstmordgefährdet, steht auf einem Dach und die ganze Kleinstadt gerät in Aufruhr. Wird sie springen oder nicht? In "Der Sprung" steht jedoch nicht die junge Frau, die vermutlich vom Dach springen will, im Mittelpunkt, sondern elf Menschen aus deren mittel- und unmittelbarem Umfeld. Ob das ältliche Pärchen Theres und Walther, welches um die Ecke der Geschehnisse ein kleines Lebensmittelgeschäft betreiben, der Polizist, der mit aller Anstrengung versucht, die junge Frau zu überzeugen, nicht zu springen, oder der Freund der zunächst unbekannten Frau: Die Leben aller elf Personen in dem Roman sind von den Taten betroffen. Die kurzen Abschnitte, in denen die Geschehnisse des Tages aus der Sicht der jeweiligen Person geschildert werden, machen deutlich, wie sehr das Leben eines jeden Menschen aus unzähligen Verknüpfungen zu anderen Personen besteht. Große (oder auch kleine) Taten und tragische Ereignisse haben Auswirkungen auf unsere Umgebung - direkte und indirekte, negative und zum Teil sogar positive Effekte. Zu Beginn des Romans fällt es zunächst schwer, den Überblick über die einzelnen Personen zu behalten. Ich musste öfters zurückblättern, um mir wieder in Erinnerung zu rufen, in welcher Beziehung (oder auch nicht) die Person nun zu den vorherigen steht. Dadurch jedoch, dass die einzelnen Abschnitte teilweise erstaunlich stark in die Tiefe gehen und man trotz der wenigen Seiten sehr viel von den Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten erfährt, ist man sehr schnell in der Geschichte drin. Es ist es faszinierend und zeugt von großem literarischen Talent, dass es der Autorin gelingt, auf nur 300 Seiten die Lebensgeschichten von elf Personen zu skizzieren und miteinander zu verknüpfen: Während zu Beginn die beschriebenen Personen für sich allein stehen, entsteht im Verlauf der Geschichte ein Netz, welches die Schicksale miteinander verknüpft. Simone Lapperts Schreibstil ist angenehm leicht, ohne dabei in irgendeiner Art und Weise oberflächlich zu sein. Ihre Figuren sind teilweise ein bisschen verrückt, gemein, liebevoll, untreu - und damit eben sehr realistisch gestaltet. Obwohl das Springen der Frau im Prequel der eigentlichen Geschichte bereits angedeutet wird - es beschreibt den Tritt über den Abgrund und das anschließende Fallen - bleibt die Geschichte spannend. Vor allem die dem Leser lange Zeit verborgene Identität ist ein literarisch kluger Schachzug. Das Ende empfinde ich als gelungen und ebenfalls sehr realitätsnah.
Ein Lesehighlight - ein wunderbarer Roman, genial erzählt
von vielleser18 - 20.09.2019
Ein Tag und eine Nacht verändern die Leben von einigen Figuren in Simone Lapperts genial erzähltem Roman. Das Buch ist definitiv ein Lesehightlight für mich. Eine Frau, auf dem Dach eines Hauses. Ein Notruf einer vorbeigehenden Frau. Polizei, Neugierige, Anwohner. Alle, die mehr oder weniger nun mit der Frau auf dem Dach in den nächsten Stunden beschäftigt sind. Die meisten kennen sie gar nicht, aber da ist auch noch der Freund der Frau und die Schwester der Frau. Simone Lappert erzählt von ihnen. In das Leben von zehn Figuren können wir Leser näher eintauchen. Man glaubt es kaum, auch wenn das Buch nur 330 Seiten stark ist, aber trotzdem ist da soviel Leben, soviel Nähe zu den Figuren entstanden. Der Sprung erzählt von einem Zusammenspiel von Handlungen und Personen, die sich untereinander meist gar nicht kennen. Dennoch, ihr Leben verändert sich in diesen Stunden gewaltig. Nichts ist danach mehr wie vorher. Sehr eindrucksvoll, wie die Autorin diese Figuren miteinander verknüpft hat, wie man mit jedem fühlen kann, je mehr man nach und nach über diese erfährt. Anfags denkt man, es sind so viele Fäden, aber sie sind so genial verwoben! Manchmal z.B. erlebt man Szenen, die mit einer Figur anfingen, dann aus den Augen einer andere Figur aus einem anderen Blickwinkel erlebt werden. Kurze Berührungspunkte, die nur dem Leser bewusst werden. Manchmal weiß man als Leser mehr, manchmal wird auch der Leser überrascht. Der Schreibstil von Simone Lappert passt wunderbar zu diesen Geschichten, diesen Einblicken in die Seelen von so vielen Protagonisten. Neben allem erschreckenden Voyarismus, den dieses Ereignis auslöst, sind es die Protagonisten, die die Gefühle beim Lesen berühren. Abstoßende, erschreckene, bewundernswerte, mutige, feige, unverständliche und liebenswerte Taten geben sich hier die Hand. Immer wieder sind sehr tiefsinnige Gespräche über das Leben eingeflochten, die zeigen, dass es hier nicht um Oberflächlichkeiten, sondern um das Glück, die Zukunft, den Mut zu Veränderungen, um Schuld und Vergebung, das Loslassen, aber auch an den Glauben an sich selbst geht. Eine einzige Frau, die ungewollt einen ganzen Erdrutsch an Emotionen auslöst. Ein einziges Ereignis mit lawinenartigen Folgen. Und am Ende eine Überraschung. Ein ganz besonderer Roman, ein Buch, das ich nur so verschlungen habe.
Tiefgründige Geschichte die lange nachklingt
von cybergirl - 17.09.2019
Wenn man von einem Selbstmörder hört, der vor einen Zug gesprungen ist habe ich mich schon oft gefragt, was wird aus dem Zugführer. Hat der Selbstmörder, aus welchem Grund auch immer den Suizid verübt hat damit nicht ein weiteres Leben zerstört? In ihrem Buch "Der Sprung" erzählt Simone Lappert von Manu, einer Frau die auf dem Dach eines Hauses steht und offensichtlich in die Tiefe springen will. Einen Tag und eine Nacht hält sie die Menschen in Atem. Die Autorin erzählt die Geschichte aber nicht aus Sicht der Frau auf dem Dach sondern aus der Sicht der mehr oder weniger unfreiwillig Beteiligten. Da ist der Freund von Manu, die Schwester, eine Frau die in diesem Haus wohnt und nicht in ihre Wohnung kann, eine alte Frau die Manu auf dem Dach entdeckt hat und die Polizei informiert hat, der Polizist der die Frau vom Dach holen soll, eine Kaufmannsfrau deren Geschäft um die Ecke ist und eine Café Besitzerin gegenüber. Simone Lappert reißt das Leben der Menschen vor dem Ereignis kurz an, erzählt dann wie die einzelnen Personen auf unterschiedliche Weise davon erfahren haben und wie sie damit umgehen. Ein und dieselbe Situation wird somit aus verschiedenen Perspektiven betrachtet was sehr interessant ist. Auch die vielen Schaulustigen und die Medien die sich einfinden werden nicht ausgelassen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und sie verpackt dieses doch tragische und ernste Ereignis in einen doch recht unterhaltsamen aber auch tiefgründigen Roman. Für mich ist "Der Sprung" ein Buch das mich nachdenklich (im positiven Sinne) zurücklässt und noch lange nachklingen wird.
Alle Kundenbewertungen anzeigen
Eigene Bewertung schreiben Zur Empfehlungs Rangliste
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Sicher & bequem bezahlen:
Bleiben Sie in Kontakt:
Hugendubel App
Zustellung durch:
1 Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche gekennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den gebundenen Preis eines mangelfreien Exemplars.

2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

3 Durch Öffnen der Leseprobe willigen Sie ein, dass Daten an den Anbieter der Leseprobe übermittelt werden.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.