
Seit den Anfängen von Ackerbau und Viehzucht haben sich in Europa einzigartige Kulturlandschaften entwickelt. Mit den wachsenden Ansprüchen an eine abwechslungsreiche Ernährung, an Genuss und schließlich auch Luxus, aber ebenso an Ausgangsmaterialien für die verschiedenen handwerklichen Produkte breitete sich der Anbau von Sonderkulturen wie Wein, Hopfen, Tabak, Obst, Gemüse, Gartenkräutern und speziellen Gehölzen aus, was wiederum zu einer fortschreitenden Differenzierung im Erscheinungsbild ganzer Landschaften führte. Mit der Durchsetzung des Gartenbaus wurde schließlich das Siedlungsgefüge flächendeckend verändert. Damit umgibt uns heute ein kulturelles Erbe, dessen Dokumentation und Untersuchung sich die interdisziplinäre Kulturlandschaftsforschung zum Ziel gesetzt hat, dessen Bewahrung die Aufgabe unterschiedlicher Fachbehörden, von der Gartendenkmalpflege über die Regionalplanung bis hin zu den Landwirtschaftsämtern, darstellt. Dabei ist der fortschreitende Klimawandel neben den sozioökonomischen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte zu einem unübersehbaren Faktor in der Entwicklung der von Sonderkulturen geprägten Kulturlandschaften geworden. Verständnis für die aktuellen Prozesse zu wecken, Strategien für den Umgang mit den Folgen aufzeigen - das ist das Anliegen dieser Publikation des Arbeitskreises für historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa.
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