Leicht zu lesen, gute Geschichte für jugendliche, die aufzeigt, wie schnell man in rechtsextreme Szene gelangen kann
Ein Jugendroman, der aufzeigt, wie schnell man in die Fänge der rechtsextremen Szene geraten kann. Jarik ist 15 Jahre alt, hat einen neunjährigen Bruder und seit kurzem eine alleinerziehende Mutter. Der Vater, der seine Familie wegen einer anderen verlassen hat, meldet sich kaum und versetzt regelmäßig seine Jungs. Aus diesem Grund muss er oft seinen kleinen Bruder trösten, was ihn traurig macht und gleichzeitig nervt. Außerdem halst ihm die Mutter immer wieder Aufgaben im Haushalt auf. Viel Wut, die sich in Jarik aufstaut und das Gefühl, nicht gesehen zu werden oder irgendwo dazuzugehören. Seine Freunde, Andi, Duy und Mo scheinen sich nämlich auch langsam von ihm zu entfernen. Andi, seit Neuestem Pazifist und frisch verliebt, hat kaum noch Zeit für die Freundesgruppe. Duy und Mo verbringen plötzlich viel Zeit miteinander, obwohl Duy doch weiß, dass Jarik heimlich in Mo verliebt ist. Zumindest verbringen sie alle zusammen noch etwas Zeit im Jugendklub, beim Boxtraining. Dort ist Falk der Trainer und irgendwie ist Jarik total fasziniert von seinem Selbstbewusstsein. Als Falk ihn anfängt zu loben und ihn zum Zeltlager einlädt, fühlt sich Jarik aufgehoben und verbringt viel Zeit mit Falk und seinen Kameraden. Er fühlt sich endlich irgendwo zugehörig und gesehen. Doch warum sind seine Freunde so gegen diese Verbindung? Ein Roman, der deutlich zeigt, wie schnell man in die extreme Richtung abdriften kann. Wenn die eigene Welt um einen herum zusammenbricht, man sich unverstanden fühlt, das Reden einem schwerfällt und das Gefühl der Einsamkeit größer wird, fühlt man sich schnell gut aufgehoben in einer Gruppe, in der der Zusammenhalt groß ist. Das Ende war etwas abrupt, aber trotzdem rund. Der Roman ist leicht geschrieben. Man kann ihn gut ab 12 Jahren lesen. S.57 "Ich bin traurig. Und das nervt mich. Deswegen bin ich lieber wütend. Vor allem auch deswegen, weil alle sagen werden, dass sie es mir ja sowieso schon gesagt haben."S.92 "Die Zeit, die ich bisher im Zeltlager verbracht habe, hat mir richtig gutgetan. Seit Ewigkeiten habe ich mich mal wieder gut gefühlt. Und meine sogenannten Freund*innen interessieren sich ?nen Dreck dafür."S.112 "Das Mo da jetzt auch noch mal reinhauen muss, ärgert mich am meisten. Habe schon verstanden. Ich bin der Böse, die sind die Guten. Ich häng mit Leuten ab, die böse sind, sie sind auf der richtigen Seite. Und dabei ist es ihnen wirklich egal, was mit mir tatsächlich los ist."