Ein der grusligsten Bücher von King durch die Grausamkeiten des Instituts an Kindern. Spannend und atmosphärisch geschrieben.
Luke Ellis ist ein hochintelligenter Junge. Mit 12 Jahren hat er schon die Schule beendet und bereitet sich gerade darauf vor, auf einer Universität zu studieren. Doch eines nachts kommen Einbrecher in sein Zuhause, töten seine Eltern und verschleppen den betäubten Zwölfjährigen in das weit entfernte Institut in Main. Als Luke dort aufwacht, glaubt er im ersten Moment in seinem Zimmer zu sein, aber es gibt ein paar kleine Veränderungen, die ihn bemerken lassen, dass er woanders ist. Luke wurde mit anderen Kindern, die schnell zu seinen Freunden werden (Kalisha, Helen, George, Nicky und Avery) in den Voderbau des Instituts gesteckt. Mit den anderen Kindern hat er gemeinsam, dass sie paranormale Fähigkeiten hat. Die einen sind Telepathen, die anderen Telekinesen. Die Forscher und Ärzte versuchen diese Eigenschaften zu verstärken, um die Kinder dann in den Hinterbau zu verfrachten. Laut Kalisha hat man diese dann nie mehr wieder gesehen. Nach und nach verschwinden Lukes Freunde in den Hinterbau und ihm wächst der große Drang zu fliehen. Doch seit 70 Jahren ist keinem Kind je die Flucht gelungen. Dock Luke ist ein schlauer Junge und ihm bleibt auch nichts anderes übrig, um sich und seine Freunde zu retten. Das Buch hat ziemlich langsam angefangen. Denn zunächst ist man einen Polizisten namens Tim gefolgt, der seinen alten Posten aufgeben mussten. Er ist ein kleines Kaff namens DuPray gekommen, um dort den Job des Nachtklopfers anzunehmen. Erst nachdem man ausführlich Tim kennengelernt hat, ist man zu Luke gesprungen. Das hat mich am Anfang etwas verwirrt und ich dachte schon, dass das Buch den falschen Inhalt hat. Aber natürlich hat es letzten Endes Sinn ergeben, wie eigentlich immer bei King Büchern.Als man dann inhaltlich in dem Institut angekommen ist, empfand ich mit eines der grusligsten Bücher von King. Es war nicht eklig-gruslig, sondern hat einem mental zugesetzt. Vielleicht empfand ich es als besonders grausam, wie man in dem Buch mit Kindern umgegangen ist und dass die Erwachsenen in dem Institut keinerlei Mitgefühl hatten, sondern komplett abgestumpft wirkten. Da fragt man sich doch, wo das Gewissen von den Leuten geblieben ist? Ich fand, dass King wieder wunderbar die Figuren gezeichnet hat. Er kann hat in wenigen Sätzen zum Ausdruck bringen, mit welcher Person man es zu tun hat und man das Gefühl bekommt, diese schon ewig zu kennen. Besonders bei den Kindern und dem Nachtklopfer ist ihm das gut gelungen. Die Ärzte und Pfleger im Institut fand ich etwas überzeichnet, was sie aber wahrscheinlich auch sein sollten. Dieses ganze Institut, diese ganze Organisation dahinter war ja drüber. Diese habe ich einfach nur für wahnsinnig empfunden. Aber die Angst der Kinder hat King gut rübergebracht, aber auch die Verzweiflung. Auch wirkten die Kinder teils deutlich älter, als sie eigentlich waren, was aber nachvollziehbar war. Wenn man in so einer Situation ist, wird und muss man wohl schnell erwachsen werden.Gerade bei Avery war das gut zu beobachten. In seiner ersten Szene, wirkte er noch wie der kleine Junge, der er war. Er war Zehn, wirkte aber da sogar noch etwas jünger, aber mit der Zeit ist er gereift, weil ihm gar keine andere Möglichkeit geblieben war. Sehr spannende Entwicklung. Beim Ende fand ich dann doch, dass King den Bogen etwas überspannt hat. Am Anfang hatte ich etwas Probleme ins Buch zu finden, dann hat es mich ab einen gewissen Punkt hineingezogen und zum Schluss war es allein durch die Action einfach sehr spannend.Es gab, wie sooft in King-Büchern, die berühmten Längen. Aber bei dem Autor empfinde ich sie meist nicht allzu schlimme, auch hier. King hat für mich einen so atmosphärischen und einnehmenden Schreibstil, dass ich auch durch solche Passagen gut durchkomme. Dennoch muss man anmerken, dass man die ein oder andere Szene auch kürzer hätten halten können. Doch irgendwie gehört es auch zu seinem Stil. Fazit:Mir hat das Buch gut gefallen. King hat ein Händchen dafür, Kinder ins Zentrum eines Buches zu setzen und diesen eine entscheidende Rolle zu geben. In manchen Büchern empfinde ich Kinder eher als nervig, weil sie nur Beiwerk sind und nicht wirklich was zur Geschichte beitragen. Aber King baut meistens Kinder ein, gibt ihnen eine entscheidende Rolle und beschreibt sie so gut, dass man sich in sie reinfühlen kann. Das ist ihm auch hier gelungen. Durch die grausamen Methoden des Instituts, war das Buch besonders gruslig. Wer nicht damit umgehen kann, wenn Kindern Schaden zugefügt wird, sollte keinesfalls das Buch lesen. Der paranormale Aspekt hat er gut mit eingearbeitet, aber insgesamt gab es für mich noch andere King-Bücher, die mich mehr gepackt haben und deren Figuren mir länger im Gedächtnis bleiben. Luke ist aber wieder eine außergewöhnliche Figur und Tim mochte ich auch sehr. Von mir gibt es 4 Sterne.