"Feindbegegnung Hans Habe. Eine Biografie" von Susanne Falk hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt. Besonders hervorheben möchte ich die außergewöhnlich gelungene Gestaltung des Buches. Inhalt und Layout sind perfekt aufeinander abgestimmt. Die Kapitelaufteilung, der angenehme Schriftsatz, die zahlreichen Bilder, die ergänzenden QR-Codes und sogar die Gestaltung der Seitenzahlen machen das Buch zu einer echten Augenweide. Es ist eines dieser Bücher, die man einfach gerne in die Hand nimmt.Von Hans Habe hatte ich vor der Lektüre noch nie gehört, umso mehr hat mich das umfangreiche Wissen der Autorin beeindruckt. Susanne Falk schreibt flüssig, sachlich und immer wieder mit einem feinen Humor. Besonders gelungen fand ich ihre Einordnung von Habes Leben in die großen historischen Ereignisse seiner Zeit. Sogar die Fußnoten sind lesenswert, da sie weit mehr als reine Quellenangaben bieten und interessante Zusatzinformationen enthalten.Inhaltlich hatte ich allerdings eine etwas gemischte Leseerfahrung. Das Leben Hans Habes vor dem Krieg und während seiner Emigration in die USA fand ich ausgesprochen spannend. Gleichzeitig hatte ich mir deutlich mehr Informationen über die Entwicklung der Medienlandschaft und Habes Einfluss auf diese erhofft. Stattdessen nehmen seine zahlreichen Beziehungsprobleme einen großen Raum ein, was mich auf Dauer etwas ermüdet hat. Auch blieb mir der Mensch Hans Habe emotional lange Zeit fern. Die Biografie beschreibt Habes Leben sehr sachlich und teilweise fast emotionslos, sodass ich nur schwer eine persönliche Beziehung zu ihm aufbauen konnte. Erst der letzte Abschnitt hat mich wirklich gepackt. Das persönliche Schicksal Hans Habes geht unter die Haut und hat mich emotional berührt. Dadurch wurde ich mit einigen vorherigen Längen wieder versöhnt.Mein Fazit fällt daher gemischt, insgesamt aber eher positiv aus: Die Gestaltung, die Recherche und die Schreibweise der Autorin sind hervorragend. Inhaltlich haben mich vor allem die frühen Lebensjahre und die Zeit im Exil begeistert, während ich mir von der Nachkriegszeit und den Einblicken in die Mediengeschichte mehr erhofft hatte. Der bewegende Schluss hinterlässt jedoch einen bleibenden Eindruck. Ein lesenswertes Buch, das vor allem durch seine hervorragende Aufmachung und die Qualität der Biografie überzeugt.