Der Anfang zieht sich und der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig
TJ Klune steht schon lange auf meiner Leseliste und bisher habe ich nur Positives über den Autor gehört, also Zeit, mir selbst ein Bild zu machen. Wolfsong habe ich auf Englisch gelesen.Der Roman erzählt, wie Ox Matheson erst von seinem Vater verlassen wird, und in seiner Arbeit in einer Werkstatt und seinem Boss eine Art Ersatzfamilie findet, dann später bei den Bennetts, die in das leer stehende Haus nebenan ziehen und keine gewöhnlichen Menschen sind, sondern Werwölfe.Der Anfang der Geschichte zieht sich etwas hin, bis überhaupt einmal etwas passiert. Es ziehen Jahre ins Land, in denen der Leser Ox und den Bennetts Söhnen Joe, Carter und Kelly beim Aufwachsen zusieht und mit ihnen durch die Wälder streift, ihrem Heulen lauscht oder Ox Autos repariert. Es passiert irgendwie nicht viel.Die ganze Zeit über lauert aber ein mächtiger, abtrünniger und böser Gegenspieler-Werwolf irgendwo im Hintergrund. Dann wird die Gefahr real und die Dinge kommen ins Rollen, nur um wieder über eine lange Strecke gezogen zu werden, bis es gegen Ende endlich zum heiß ersehnten Showdown kommt, der aber eigentlich genauso endet, wie man es erwartet.Also irgendwie nicht viel Überraschung, dafür einige Längen. Aber trotzdem auch irgendwie spannend und gut gemacht.Auch wenn die Erzählweise gewöhnungsbedürftig ist, wenn der Autor die Gedanken der Wölfe widergibt, verwendet er abgehakte, sich ständig in irgendeiner Form wiederholende Sätze, die aber nichts zur Handlung beitragen. Auch die Dialoge sind absolut eintönig mit ständig der gleichen Phrase geschrieben (he said, he said, he said).Gelesen habe ich es trotzdem einigermaßen gern, die Figuren sind sympathisch, die Handlung verlangt einem nicht viel Konzentrationsgabe ab. Insgesamt ist es aber nicht ganz das, was ich von diesem gehypten Autor und dem Roman erwartet habe. Mein Fazit: Einfach ein weiterer Werwolf-Fantasy-Roman, in dem es um Zusammenhalt, mxm Mating und Familienbande geht, mit einem ausgefallenen Schreibstil, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist, aber wer's mag, der mag's.