Er dachte, dass jedes Leben eine Aneinanderreihung von Trepppen war, auf denen es mal nach oben und dann wieder nach unten ging. Jeder Mensch war zwischen seiner Geburt und dem Tag seines Todes auf so einer Treppenstrecke unterwegs, doch bei seiner fehlte das Geländer."
Ein heißer Sommer, 1986 in Nordhessen, nahe der Grenze zur DDR. Martin Ritter und Christine Lehmann haben sich kennengelernt, als ein kleines Mädchen verschwand. Da Christine Journalistin ist, kommen sie erneut mit einem Geheimnis in Berührung, als in einem See ein Luxuswagen auftaucht. Die Frage, was einst mit dem Fahrer geschah, beschäftigt auch Martin, der sonst als Bibliothekar eher geruhsam lebt.
Die Verortung in den Achtzigern bringt für alle Zeitzeugen durch die zahlreichen Songtexte sofort den Vibe zurück, auch wenn man viele 80er-Jahre-Sprüche zu Recht erfolgreich verdrängt hatte. Auch die flirrende Sommerhitze hat mir gefallen. Leider haben weder der Kriminalfall noch das Privatleben von Martin und Christine auf gut 220 hastig runtererzählten Seiten Zeit, sich zu entwickeln. Vieles wird angerissen und manches Mal habe ich mich gefragt warum eigentlich. Die Auflösung wirkte dann arg konstruiert und dramatisiert und das Ende nur noch wie eine bloße Zusammenfassung. Vielleicht sollten mit dem Buch lediglich Martin und Christine eingeführt werden für die Reihe, zu der Tainted Love den Auftakt bildet. Beide haben für mich aber nicht genug Strahlkraft, um weiterzulesen zu wollen. Oder wie Soft Cell singen würde: But I'm sorry, I don't pray that way.