
Die traditionsreiche Reihe QUELLEN UND FORSCHUNGEN ZUR LITERATUR- UND KULTURGESCHICHTE gehört zum festen Bestand renommierter Publikationsforen der Deutschen Literaturwissenschaft. Von Mark-Georg Dehrmann und Christiane Witthöft herausgegeben, präsentiert die Reihe hochwertige wissenschaftliche Arbeiten, die literarische Texte im Zusammenhang mit kulturhistorischen Phänomenen untersuchen.
The series "QUELLEN UND FORSCHUNGEN ZUR LITERATUR- UND KULTURGESCHICHTE" (Sources and Research in the History of Literature and Culture), with a rich tradition stretching back to 1874, is an established feature among the renowned publications for German Literary Studies. Edited by Mark-Georg Dehrmann and Christiane Witthöft, the series presents examples of high-quality scholarship examining literary texts in conjunction with historical cultural phenomena, particularly with the other arts. There is an explicit demand for literary studies with a transdisciplinary approach. German literature from the Middle Ages to the present day forms the main focus of the series.
As the historical cultural thrust of the series includes aspects of intercultural experience and national perceptions of the other, Quellen und Forschungen is also open to occasional comparative studies. The publications of the series include monographs, doctoral and professorial theses. Works presented for acceptance in the series are required to display scholarly relevance and excellence in method and presentation.
Die Studie widmet sich dem letzten vollendeten Werk Thomas Manns. Sie versucht, die bisherige Vernachlässigung der Novelle durch die Forschung nicht nur zu kompensieren, sondern auch rezeptionsästhetisch mit dem Gegensatz zu erklären, in den die Resultate einer genaueren Lektüre zu den verfestigten Annahmen dieser Forschung geraten müssen. Untersucht wird die Stellung des Texts im Gesamt-, ganz besonders im Spätwerk sowie sein intrikates Verhältnis zu den sehr verschiedenen Kontexten, in denen er erst verständlich wird: Literatur- und mentalitätsgeschichtliche, religiöse und mythologische, philosophische und altertumskundliche, medizin- und wissenschaftshistorische, politische, ideologische und ideologiekritische Aspekte finden Berücksichtigung und eröffnen einen Blick auf die oft unterschätzten Bewegungen und Veränderungen, aber auch auf bislang übersehene Konstanten des Gesamtwerks. Ausgangspunkt ist die einzigartige Rolle, die hier einer Frau als Hauptfigur einer Liebes- und Krankheitsgeschichte zufällt und die in einer Reihe von intertextuell, aber auch quellen- und textkritisch ausgerichteten close readings erstmals näher untersucht wird. Das Erkenntnisinteresse richtet sich dabei insbesondere auf die subtile und daher bisher unbemerkte Beziehung, in der dieser eine, aber auch Texte wie Doktor Faustus oder schon Mario und der Zauberer zur Kulturtheorie des neunzehnten Jahrhunderts und ihrer Renaissance in den Zwanzigerjahren stehen.
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