Etwas verworren und zäh, dann aber erstaunlich spannend
Als wir Waisen waren, habe ich wirklich ewig auf meinem Nachttisch liegen gehabt und ich war kurz davor, es abzubrechen, als ich mich jetzt im Januar dazu gezwungen habe, es "einfach" mal fertig zu lesen. Es geht um Christopher Banks, einen Detektiv, der in den 1930er Jahren in London lebt und arbeitet. Als Kind wurde er, nachdem seine Eltern entführt wurden, aus Shanghai nach London gebracht, wo eine elitäre Schule besuchen und im Wohlstand aufwachsen konnte. Als Erwachsener beschließt er, das Verschwinden seiner Eltern aufzuklären und reist nach Shanghai im Herbst 1937, mitten in die chinesisch-japanischen Kämpfe hinein... Die Geschichte entwickelt sich leider sehr zäh. Aus Christophers Sicht in Ich-Form erzählt, springt er oft in den Zeiten hin und her, es werden Figuren eingeführt, die dann wieder fallen gelassen werden, Erinnerungen wechseln sich mit aktuellen Erlebnissen ab und der Strang ist damit recht holprig zu lesen. Bis zum letzten Drittel hatte ich wirklich große Probleme mit dem Text, dann aber gibt es sehr erstaunliche Wendungen und das Ende war dann wirklich überraschend, und, wie ich finde, sehr gut gemacht! Alles in allem eine eingeschränkte Leseempfehlung. Wenn man durchhält, lohnt es sich, aber es ist nicht wirklich leicht lesbar.