Toller Abschluss
Nachdem ich die bisherigen Teile der Balletttreihe verschlungen und so geliebt habe, war ich sehr happy, als ich auch diesen letzten Teil lesen durfte. Mit Move On findet die New England School of Ballet-Reihe nun ihren sehr emotionalen Abschluss (leider leider, hätte davon noch deutlich mehr lesen können!!) Der vierte Band verbindet noch einmal alles, was diese Reihe für mich zu etwas ganz tollem gemacht hat: ganz große Tiefe Gefühle, persönliche Entwicklung, Freundschaft, Träume und die besondere Atmosphäre einer Ballettschule - i love it Leute!!!Anna Savas gehört für mich einfach zu den stärksten Stimmen im deutschsprachigen New-Adult-Bereich. Ihr Schreibstil ist modern, gefühlvoll und sehr nah an den Figuren. Sie schafft es, Emotionen so zu beschreiben, dass man sie nicht nur liest, sondern regelrecht fühlt. Besonders ihre inneren Monologe und die intensive Darstellung von Unsicherheiten, Sehnsüchten und Verletzlichkeit sorgen dafür, dass man schnell eine Verbindung zu den Charakteren aufbaut. Auch in Move On überzeugt sie wieder mit ihrer einfühlsamen Art zu schreiben. Die Gefühle wirken authentisch, die Dialoge natürlich und die Atmosphäre der Geschichte zieht einen wieder sehr schnell in ihren Bann. Gerade Leserinnen und Leser, die emotionale New-Adult-Romane lieben, werden sich hier sofort zuhause fühlen und ein wiederkehren in eine bestehende Reihe hat für mich ein nach Hause kommen Gefühl gegeben! Wie gern wäre ich damals auf so eine Schule gegangen, das wären wahr gewordene Träume gewesen! Aber dank dieser Reihe konnte ich mich nun dorthin träumen!Die New England School of Ballet-Reihe spielt an einer renommierten Ballettschule, an der junge Menschen nicht nur um ihre Träume kämpfen, sondern auch ihren Platz im Leben finden müssen. Jeder Band erzählt die Geschichte eines anderen Paares, während bekannte Figuren immer wieder auftauchen und die Welt der Reihe lebendig halten. Das Zusammenspiel aus Leistungsdruck, Leidenschaft für den Tanz, Freundschaften und Liebe macht den besonderen Reiz der Reihe aus. Dabei geht es nie ausschließlich um Romantik. Die Bücher behandeln auch Themen wie Selbstzweifel, Zukunftsängste, familiäre Erwartungen und persönliche Heilungsprozesse. Dadurch wirken die Geschichten emotional greifbar und authentisch.Im Mittelpunkt stehen Skye und Gabriel, deren gemeinsame Vergangenheit von Schmerz und ungeklärten Gefühlen geprägt ist. Jahre nach ihrer Trennung treffen sie an der New England School of Ballet unerwartet wieder aufeinander. Alte Wunden brechen auf, verdrängte Erinnerungen kehren zurück und beide müssen sich der Frage stellen, ob man eine verlorene Liebe wirklich hinter sich lassen kann. Die Geschichte setzt auf die beliebten Tropes Second Chance Romance und eine leichte Enemies-to-Lovers-Dynamik, ohne dabei die emotionalen Hintergründe der Figuren aus den Augen zu verlieren. Statt großer äußerer Dramen steht vor allem die persönliche Entwicklung der Charaktere im Vordergrund.Skye ist eine starke Protagonistin, die gelernt hat, sich selbst zu schützen. Sie trägt Verletzungen aus der Vergangenheit mit sich herum und hat gute Gründe, Gabriel nicht einfach wieder in ihr Leben zu lassen. Ihre Entwicklung zeigt, wie schwer Vertrauen sein kann, wenn man einmal tief enttäuscht wurde.Gabriel hingegen muss sich seinen Fehlern stellen. Er ist nicht der typische perfekte Bookboyfriend, sondern jemand, der Verantwortung übernehmen und lernen muss, mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen zu leben. Gerade dieser Aspekt macht ihn interessant und menschlich.Besonders gelungen fand ich, dass beide Figuren nicht einfach durch die Liebe "geheilt" werden. Stattdessen müssen sie an sich selbst arbeiten, bevor sie überhaupt die Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben. Die Liebesgeschichte lebt von ihrer Vorgeschichte. Zwischen Skye und Gabriel existiert von Anfang an eine spürbare emotionale Spannung. Man merkt auf jeder Seite, dass die Gefühle nie wirklich verschwunden sind.Die Romance ist intensiv, emotional und oft schmerzhaft. Es geht nicht nur um Anziehung, sondern vor allem um Vergebung, Vertrauen und die Frage, ob Menschen sich wirklich verändern können. Gerade deshalb geht die Geschichte so sehr zu Herzen. Man fiebert mit beiden mit, leidet mit ihnen und hofft die ganze Zeit darauf, dass sie einen Weg finden, mit ihrer Vergangenheit umzugehen.Auch im vierten Band bleibt die New England School of Ballet ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Zwar steht die Liebesgeschichte stärker im Fokus als der Tanz selbst, dennoch spürt man weiterhin den Leistungsdruck, die Leidenschaft und die Herausforderungen, die das Leben an einer solchen Schule mit sich bringt. Besonders schön fand ich, dass man noch einmal Zeit mit der gesamten Welt der Reihe verbringen darf. Für Fans der vorherigen Bände fühlt sich das wie ein Wiedersehen mit alten Freunden an. Viele bekannte Gesichter aus den vorherigen Bänden tauchen wieder auf und sorgen für nostalgische Momente. Die Freundschaften wirken ehrlich und unterstützend. Gerade in schwierigen Situationen zeigen die Figuren, wie wichtig Menschen sein können, die an einen glauben. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das sich durch die gesamte Reihe zieht.Als Abschlussband gelingt es Move On besonders gut, den Figuren einen würdigen letzten Auftritt zu geben und offene Entwicklungen abzurunden. Vor allem als letzter Band der Reihe schwingt ständig ein Gefühl des Abschieds mit. Man weiß beim Lesen, dass man diese Welt bald verlassen muss, und genau das macht viele Szenen noch emotionaler.Die Geschichte regt außerdem zum Nachdenken über Vergebung, zweite Chancen und persönliche Entwicklung an. Sie zeigt, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, aber dass Menschen wachsen und sich verändern können.Leider gab es auch ein paar Punkte, die für mich nicht ganz rund waren.Einige Konflikte zogen sich leider etwas zu sehr in die Länge und die Kommunikation zwischen den Protagonisten wirkte stellenweise leicht frustrierend. Der Ballettaspekt stand irgendwie nicht mehr ganz so stark im Mittelpunkt wie in früheren Bänden (fand ich). Trotzdem war das Buch wieder ein tolles Leseerlebnis und ich bin sehr sehr traurig, dass diese Reihe nun beendet ist. Move On ist ein gefühlvoller und emotionaler Abschluss der New-England-School-of-Ballet-Reihe. Auch wenn der Band für mich nicht ganz an die stärksten Teile der Reihe heranreicht, bietet er alles, was Fans von Anna Savas lieben: große Gefühle, authentische Charaktere, eine berührende Liebesgeschichte und einen Abschied, der lange nachhallt. Skye und Gabriel wachsen einem ans Herz, ihre Geschichte bewegt und erinnert daran, wie schwer - aber auch wie wertvoll - Vergebung sein kann. Wer die Reihe bisher verfolgt hat, sollte sich diesen Abschluss auf keinen Fall entgehen lassen.