Tolle Grundidee, die leider durch zu viel Drama, Kommunikationsprobleme und verschenktes Potenzial untergeht.
Als Aveena Harper einen anonymen Brief in der Bibliothek vergisst, ist sie außer sich. Niemand hätte ihn je entdecken sollen. Niemand hätte ihn je lesen sollen. Und noch weniger hätte ihn jemand beantworten sollen. Doch Aveena und der Unbekannte beginnen, sich zu schreiben. Erst ein Brief. Dann zwei. Und dann immer mehr. Jedes Stück Papier enthüllt ihre dunkelsten, tiefsten Geheimnisse. Und die Regeln sind klar: Niemals dürfen sie die wahre Identität des anderen erfahren. Niemals dürfen ihre Geständnisse nach außen dringen, denn das würde ihr Leben zerstören. Alles scheint ein harmloses Spiel zu sein, bis Aveena herausfindet, wer ihr Brieffreund ist: Xavier Emery. Star der Basketballmannschaft, Tyrann ihrer Kindheit und ausgerechnet der, in den sie sich zu verlieben droht.Aveena verliert ausgerechnet einen ziemlich persönlichen Wutbrief über eine Lehrerin in der Bibliothek, der dann auch noch von jemand anderem gefunden wird. Doch statt sie auffliegen zu lassen, antwortet der unbekannte Finder und aus einem Brief entwickelt sich eine richtige Unterhaltung. Unter den Namen Love und Zac vertrauen sich beide ihre tiefsten Geheimnisse an, ohne zu wissen, wer sich dahinter verbirgt. Und während Aveena aka Love langsam Gefühle für Zac entwickelt, nimmt in ihrem echten Leben ausgerechnet Xavier, Star der Basketballmannschaft und ehemaliger Kindheitstyrann, immer mehr Raum in ihrem Leben ein.¿ anonyme Brieffreundschaft mit Potenzial ¿ wechselnde POV zwischen den beiden Protagonisten ¿ Charaktere leider ziemlich stereotyp ¿ mal wieder mangelnde Kommunikation als Hauptursache für Missverständnisse ¿ zu viel DramaDie Grundidee um anonyme Briefe, Geheimnisse und langsam entstehende Gefühle hat mich sofort gecatcht. Umso enttäuschter war ich, dass ausgerechnet die Brieffreundschaft für meinen Geschmack viel zu wenig Raum bekommt. Auch den versprochenen 'Enemies to Lovers'-Vibe suchte ich über weite Strecken vergeblich. Dafür gab es Teeniedrama in ganz großer Menge und gerade das erste Viertel zog sich so sehr, dass ich kurz vorm Abbruch war. 100 Seiten weniger hätten hier nicht geschadet.Aveena und Xavier wurden mit der Zeit immerhin greifbarer und besonders Xaviers Entwicklung mochte ich. Weniger begeistert war ich von den vielen Konflikten, die durch ein einziges vernünftiges Gespräch hätten verhindert werden können. Dazu kommen überzeichnete Eltern, eine für ein Jugendbuch überraschend vulgäre Sprache und der problematische Umgang mit Selbstjustiz. Die Gewalt wird stellenweise ziemlich selbstverständlich zur heldenhaften Problemlösung erklärt. Uff!Eine tolle Grundidee, die mich trotz vorhersehbarer Handlung meistens gut unterhalten hat, aber leider durch zu viel Drama, Kommunikationsprobleme und verschenktes Potenzial untergeht.