Gute Fortsetzung, erster Band jedoch besser
Lilly hat sich mittlerweile an der Ravenhall Academy eingelebt und lernte über den ersten Band hinweg, sich in der Welt der Hexen und Hexer zurechtzufinden. Doch nach einigen düsteren Ereignissen soll Lilly zusammen mit ihrer Hundegefährtin Mrs. Blueberry eine Reise nach Irland unternehmen, um ihre besonders starken Kräfte, die sie als (ich zitiere:) an Vollmond in einer Walpurgisnacht geborene Hexe besitzt, besser kontrollieren zu können. In der zauberhaft-geheimnisvollen Halloweenstadt Rathcroghan angekommen, soll Lilly bei Amelia, einer Freundin ihrer Grandma, unterkommen, da diese sie lehren soll, was Lillys spezielle Hexenkräfte mit sich bringen sollen. In Rathcroghan muss sich Lilly allerdings nicht nur düsteren Gestalten und unerklärlichen Mächten stellen, sondern trifft auch Ryan, der ihr als Weggefährte mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Doch bald nehmen die dunklen Ereignisse in der gesamten Hexenwelt zu und Lilly muss an die Ravenhall Academy zurückkehren, da bald das gesamte Hexenerbe auf dem Spiel steht.Wer das Buch kaufen möchte, sollte vorher auf jeden Fall den ersten Band gelesen haben!Ich habe mich schon riesig gefreut, den zweiten Teil der Ravenhall Academy zu lesen, da mir Band 1 echt sehr zugesagt hatte. Lilly, Jason und ganz besonders Elanor hatte ich im Vorgängerbuch sehr ins Herz geschlossen und mich darauf gefreut, wie die Charaktere das Abenteuer bestreiten würden. Leider konnten meine Gefühle für die Charaktere nicht ganz an den ersten Teil anknüpfen. Jason fand ich nach wie vor gut ausgearbeitet, aber meine Sympathie für Lilly hat sich irgendwie verringert. Ich weiß nicht ganz wieso, aber manchmal kam sie mir übertrieben gereizt vor, an anderen Stellen habe ich mich gefragt, ob sie echt so unempfänglich für manche Dinge ist, die um sie herum passieren oder ob sie es schlichtweg ausblenden will. Auch, wie sie sich Ryan gegenüber verhält, fand ich stellenweise nicht so cool. Mal verhält sie sich wie oben erwähnt etwas zu gereizt, auf anderen Seiten beschreibt sie, wie schön es ist, dass sie ihn kennengelernt hat und in seiner Nähe ist. Allerdings hat das dann den Liebeskummer wegen Jason irgendwie nicht mehr 100% greifbar gemacht. Hm. Natürlich war Lilly an anderen Stellen eine sehr mutige und kluge Protagonistin, die ihre Kräfte stets versucht, für die guten Dinge einzusetzen. Rührend ist auch das enge Verhältnis zu ihrem Hund und zu ihrer Grandma. Da musste ich das ein oder andere Mal wirklich lächeln. Elanor hingegen habe ich richtig vermisst. Ich fand sie im ersten Band unglaublich vielschichtig und bereichernd für die Geschichte. Durch Lillys Abreise nach Irland, aber leider auch an der Academy, war sie extrem wenig präsent. Vielleicht kam es mir gesteigert nur so vor, aber sie war bei den Ereignissen an der Schule die meiste Zeit nicht da. Das ist jedoch meine persönliche Sicht, weil ich Elanor so toll fand.Auch das Academy Setting kam mir zu kurz, ich fand die sprachliche Ausgestaltung der Ravenhall mit all ihren Besonderheiten richtig gut. Ich hatte mich auch schon fast eingelebt, haha. Die Beschreibung von Irland fand ich auch gut, wobei ja wirklich auf jedes kleine Details eingegangen wurde. Manchmal war das jedoch etwas zu gut beschrieben, sodass ich es durchaus plausibel für Leser finde, die sich gerne viel selbst erschließen, dass es schnell auch erdrückend werden kann. Den Schreibstil finde ich ansonsten aber flüssig und vor allem auch spannend. Während in vielen Bewertungen für Teil 1 die ständige Erwähnung des Wortes "Hundelady" kritisiert wurde (ist mir erst im Nachhinein aufgefallen haha), fand ich, das das hier ausgebessert wurde. Jedoch kamen "Jasons türkisblaue Augen" und Lillys "verräterisches Herz" ziiiieeemlich oft vor. Schade! Mit teilweise etwas abgewandelten Begriffen wäre es perfekt gewesen.Die Spannung ist eine Kategorie, an der sich während des ganzen Buches über versucht wurde zu orientieren. Es war eigentlich gerade in Irland kam mir das besonders so vor, immer irgendwas los, sodass es zeitweise eine Aneinanderreihung von Geschehnissen war. Ich finde, es hätten weniger sein können, auf die im Nachhinein aber mehr eingegangen werden würde und die nicht so schnell abgehandelt werden. Die Handlungsidee wie Lillys Geschichte jedoch fortgeführt wurde mit all den Verstrickungen hat mir sehr gut gefallen. Auch das das Setting zeitweise dann doch düsterer war als noch in Teil 1, fand ich extrem gut. Ein besonderes Highlight waren auch das Cover und die Umschlaggestaltung. Einfach ein Traum! Es hätte nicht besser kreiert werden können.Abschließend fand ich die Geschichte an sich sehr gelungen, nur ein paar Rahmenbedingungen haben mich etwas gestört. Insgesamt ist aber die Ravenhall Reihe zu einem guten und packenden Abschluss gekommen und ich empfehle die Reihe Fantasy-Fans, die auch Hexenwelten und Magie interessiert auf jeden Fall zu lesen.