Skurrile Charaktere zaubern dennoch schöne Bilder und ein Gefühl von Familie
Ich brauchte eine Weile um reinzufinden. An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen und irgendwie waren die Geschichte und vor allem die Charaktere ein bisschen skurril. Ich mag das Bild, das Setting, welches die Autorin kreiert: das Nowhere House, das Cottage, der große Garten, am Meer mit der kleinen zusammengewürfelten Familie... grundsätzlich fand ich es auch schön, wie nett sie von den meisten aufgenommen wurde. Auch gefallen hat mir der langsame, aber nicht langweilige Start in die Geschichte.Die Charaktere mochte ich eigentlich auch. Sie haben Mika sehr nett aufgenommen passen gut zusammen und ihre skurrile, etwas andere Art war für die Story natürlich sehr gut..Ian wäre mir persönlich im echten Leben zu anstrengend, aber in die Familie hat er gut reinpasst. Natürlich macht er die Geschichte durch seine Art bunter. Dennoch hat es mich manchmal genervt, wie er sich überall einmischt, nichts ernst nimmt und Grenzen weder wahrnimmt, noch respektiert, selbst wenn sie ihm vorgehalten werden.Mit Terracottas psychopathischer Art am Anfang hatte ich ein bisschen Probleme. Einem so jungen Kind solche Charakterzüge zu geben, fand ich schade. Auch fand ich es komisch, dass angeblich alle (Erwachsenen) Mika so gern hatten und sie sie brauchten, aber keiner ihr beigestanden hat, wenn die Terracotta ihr wieder und wieder ihre Mordpläne mit ihrem Zuckerlächeln vorgehalten hat. Die Autorin hat das so harmlos wirken lassen. Klar, welche Achtjährige droht anderen nicht regelmäßig mit Mord?Manche Handlungen fand ich ein bisschen seltsam. Der Grund, warum Mika dahin, geholt wurde, war am Anfang natürlich etwas Wischiwaschi und deshalb für mich nicht nachvollziehbar. Aber das hat sich ja später geklärt, wurde jedoch nicht weniger seltsam. Ein anderer Punkt, der mich in manchen Büchern wie diesem stört: Es wird etwas nach dem Motto "wir haben ihr noch nicht alles gesagt, es ist ganz schlimm" angeteasert - und dann passiert aber oft Kapitelweise genau gar nichts. Und dann gab es Situationen wie die im Buchladen. Die Sorge vorher, dass etwas passieren könnte, war so groß! Und dann hat weder Mika noch Ian ein Problem damit, dass Mika Rosetta einfach in der Buchhandlung mit der Maggie alleine lässt - mit fremden Kindern?Insgesamt fand ich das Buch dann dennoch sehr schön, weil es einfach so schöne Bilder in meinem Kopf erzeugt hat und am Ende die Charaktere dann doch alle irgendwie sehr liebenswürdig rüber kamen.