Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß vielleicht, dass Anne Jacobs Reihe um die Tuchvilla eine meiner allerliebsten Buchreihen ist. Im Dezember habe ich dann endlich mit ihrer neuen "Dorfladen Saga" angefangen und nun den zweiten Band abgeschlossen - meine Eindrücke möchte ich gleich wieder mit euch teilen.Auch der zweite Band spielt also wieder im fiktiven Ort Dingelbach, am Fuße des Taunus. Nun befinden wir uns im Jahr 1925: Der Dorfladen der Familie Haller ist noch immer das Herz des kleinen Ortes. Marthe Haller und ihre drei Töchter Herta, Frieda und Ida halten den Laden am Laufen - und mit ihm das Dorfleben. Herta ist, wie im ersten Band, sehr arbeitsam und die größte Stütze ihrer Mutter bei der Arbeit im Dorfladen. Frieda geht in Frankfurt auf die Schauspielschule und Ida besucht dort das Gymnasium - wie es schon am Ende des ersten Bandes der Fall war.Anne Jacobs knüpft mit dem zweiten Band ihrer Dorfladen-Saga nahtlos an den ersten an. Weil ich beide Bände so kurz nacheinander gelesen habe, konnte ich quasi nahtlos an der Handlung anknüpfen - das war definitiv gut so, denn bei den vielen Figuren hätte ich sonst Angst gehabt, zwischendrin etwas zu vergessen. In diesem Band lesen wir erstmals auch Kapitel aus der Perspektive von Heinz, was mir sehr gut gefallen hat, weil ich schon im ersten Band mehr aus seiner Sicht erleben wollte. Seine kindliche Sichtweise ist feinfühlig und authentisch umgesetzt und zeigt eindrucksvoll, wie schnell ein elfjähriger Junge in schwierigen Zeiten erwachsen werden muss. Auch Ida, die kluge und wissbegierige Jüngste der Familie, habe ich sehr gern begleitet. Friedas Weg entwickelt sich konsequent weiter, während Herta und Helga mit stillen Enttäuschungen kämpfen - Figuren, die einem gerade deshalb besonders nahegehen. Spannend fand ich zudem die Einblicke in Ilses Fabrik und ihren Kampf gegen ihren Bruder: eine starke, moderne Frau, die ihrer Zeit voraus ist. Lehrer Hohnermann ist auch wieder mit dabei und hat so manchen Einfluss auf die Dingelbacher. Schon im ersten Band hätte ich gerne noch mehr von ihm gelesen und das war auch im zweiten Band nicht anders. Was diesen Band für mich besonders macht, ist die Mischung aus Herzlichkeit, Dorftratsch, Konflikten und historischen Details. All das fand ich im ersten Band schon klasse, aber hier noch mehr, weil ich die Charaktere mittlerweile so ins Herzgeschlossen habe. Anne Jacobs erzählt langsam und gründlich, aber nicht langweilig. Zu Beginn des ersten Bandes hatte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht, jetzt im zweiten Band finde ich Tempo und Umfang des Buches genau richtig, so wie sie sind. Man spürt, wie viel Liebe sie in ihre Figuren und die Atmosphäre gelegt hat. Für mich war dieser zweite Teil sogar noch intensiver als der erste - es fühlte sich an, wie nach Hause zu kommen. Ich konnte es kaum erwarten, die Schicksale der Dingelbacher weiter zu verfolgen. Meine liebsten Charaktere sind Ilse, Lehrer Hohnermann und mittlerweile auch Heinz. Ich freue mich, dass ich so spät in die Saga eingestiegen bin, denn ich habe schon den dritten Band hier liegen!"Der Dorfladen - Was das Leben verspricht" ist insgesamt eine packende, tiefgründige Fortsetzung, die das Dorf Dingelbach noch tiefer zum Leben erweckt. Eine wunderbar unterhaltsame Lektüre mit starken Charakteren und immer neuen Abenteuern. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung - sowohl für die Fans der Tuchvilla-Reihe, als auch für alle, die gerne Familiengeschichten lesen.