Auch Zwei Hexen und ein Whiskey konnte mich wieder von Annette Maries Schreib- und Jeannette Bauroths Übersetzungsstil überzeugen. Ich hatte richtig Spaß beim Lesen! Es gab aber auch ein paar Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben.Weil Zwei Hexen und ein Whiskey der dritte Band der Reihe Guild Codex: Spellbound ist, kann diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für die früheren Bände enthalten.In Zwei Hexen und ein Whiskey verfestigt sich Toris Existenz in der magischen Gesellschaft durch ein neues sogenanntes "Familiarzeichen" und ihre regelkonforme Aufnahme in der Gilde. Aber wie kommt es eigentlich dazu? Nun, sie stolpert mal wieder in eine Situation, ohne sie komplett zu verstehen, und schafft es durch ihren kühlen Kopf - naja, mit einer großen Prise Glück - und ihre magischen Mitstreiter, das neue Abenteuer zu bestehen. Diesmal, wie der Titel schon sagt, stehen Hexen im Mittelpunkt des Geschehens. Auch diese Buchreihe hat ein eigenes Bild von Hexerei und den Personen, die sie betreiben.Ich finde es immer wieder spannend, wie magische Völker oder Eigenschaften von verschiedenen Autor*innen dargestellt werden - auch Annette Marie holt mich damit voll ab. Die Hexen selbst - nicht ihre Rolle als Hexe, sondern die konkreten Charaktere - fand ich dagegen weniger spannend. Alles, was sie betraf, war für mich als Leserin etwas zu vorhersehbar. Umso frustrierender wurde es, dass Tori und ihre Begleiter die nicht ganz so durchsichtigen Pläne erst spät durchschaut haben.Der Feenlord, der im Klappentext erwähnt wird, spielt eine wichtige Rolle für die weiteren Entwicklungen der Story in Zwei Hexen und ein Whiskey, obwohl er gar nicht so lange da ist. Die Beschreibungen und die umfassende Bezeichnung "Fee" erinnerten mich sehr an die Feenwesen aus der Welt von Patricia Briggs' Mercy Thompson-Reihe: mächtig, gefährlich, manchmal hinterlistig und ohne einen Hauch von Glitzer und Feenstaub.Toris Bruder Justin bekommt endlich eine größere Rolle, er ist keine einfache Randnotiz mehr. Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird und welche Funktion er zukünftig in den Geschichten einnehmen wird - ob er vielleicht sogar eine der Hauptpersonen in den zahlreichen Spin-Offs dieser Romanwelt werden könnte. Neben Toris Familie bekommt auch Kai eine Hintergrundgeschichte, indem seine elitäre Familie etwas mehr beleuchtet wird.Jetzt wird es Zeit, den "elephant in the room" zu erwähnen: Was passiert mit Toris Liebesgeschichte? Langsam deutet sich an, dass ich mit meinem Bauchgefühl von Anfang an vielleicht doch richtig lag, bevor ich mich mit Aaron auf die falsche Fährte habe locken lassen: Es wird nichts aus Tori und Aaron, stattdessen wird sie sich für Ezra entscheiden! (Noch nicht, aber bald! Das spüre ich einfach!)Insgesamt gefällt mir diese Fortsetzung gut, aber Zwei Hexen und ein Whiskey ist nicht so fesselnd wie die vorherigen Bände. Um meinen Eindruck besser verständlich zu machen: Dieser Band wirkt ein bisschen wie eine Filler-Episode in einer TV-Serie in der zwar nichts allzu wichtiges passiert, die aber als Bindeglied zu einer späteren Episode wichtig ist und ein, zwei bedeutende Elemente beinhaltet.