Bei "The One I Left Behind" von Piper Rayne handelt es sich um den ersten Band der "Plain Daisy Ranch"-Reihe. Der Roman beginnt mit einer vielversprechenden Ausgangssituation: Kleinstadtromantik, Second-Chance-Trope und ein Protagonist, der mit seiner Vergangenheit kämpft. Genau diese Mischung hat mich neugierig gemacht - und gleichzeitig aufgrund dessen einige Schwierigkeiten bereitet, da die Figuren nicht vollends überzeugen konnten. Piper Rayne schafft es, die Welt der Plain Daisy Ranch lebendig zu zeichnen. Die Atmosphäre der Kleinstadt in Nebraska, die familiären Beziehungen und das Flair der Ranch-Gemeinschaft sind schön beschrieben und lassen sich beim Lesen gut vorstellen. Man fühlt sich als Leser in diese kleine Welt hineingezogen und beobachtet alles von der Seitenlinie aus.Doch trotz dieses soliden Settings blieb bei mir die emotionale Tiefe überraschend oft aus. Gerade Ben und Gillian, das zentrale Paar der Geschichte, wirkten stellenweise eher oberflächlich als wirklich greifbar. Die anfängliche Trennung und ihr Wiedersehen nach all den Jahren hätten Potenzial für mehr emotionale Spannung gehabt - stattdessen fühlte sich ihre Beziehung zu vorhersehbar an und bestimmte Konflikte wurden meiner Ansicht nach zu schnell abgehandelt. Auch die Charakterentwicklung beider Hauptfiguren blieb etwas blass, sodass ich nicht so richtig in ihre inneren Konflikte eintauchen konnte.Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, was das Lesen insgesamt einfach macht, aber so richtig mitreißen konnte mich die Story nicht. Manche Szenen fühlen sich eher wie oberflächliche Momentaufnahmen an, statt echte emotionale Momente zu liefern. Es ist definitiv eine Geschichte, die sich gut als Urlaubsroman oder für zwischendurch eignet, aber sie hat mich weder sprachlich noch erzählerisch besonders stark berührt. Fazit:"The One I Left Behind" von Piper Rayne bietet ein charmantes Setting und die typischen Zutaten einer gefälligen Romance-Story, schafft es für mich aber nicht, darüber hinauszugehen. Die Charaktere hätten mehr Tiefe vertragen können und die Beziehung zwischen Ben und Gillian wirkt streckenweise etwas zu vorhersehbar. Nicht schlecht, aber auch keine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt. Note: 3 (¿¿¿¿¿¿)