Nicht alles läuft in Justins Leben rund. Jede Frau, die er länger als einen Monat datet, findet nach der Trennung ihr Happy Ever After, aber er bleibt jedes Mal allein zurück. Und als ein von ihm abgesetzter Reddit-Post viral geht, kann er sich nicht mehr vor Nachrichten retten - alle von Frauen, die ihn treffen und dann abservieren wollen, um anschließend den Mann fürs Leben zu finden. Doch dann erhält er eine Nachricht von Emma, der es genauso geht wie ihm.Emma liebt ihr unstetes Leben als reisende Krankenschwester. Mit ihrer besten Freundin Maddy kann sie das ganze Land kennenlernen und überall so lange bleiben, wie sie will. Nächster Stopp: Hawaii! Schade nur, dass ihr Dating-Leben alles andere als erfüllend ist, denn kein Mann scheint der Richtige für sie zu sein und nach ihr direkt seiner großen Liebe zu begegnen. Aber als sie Justins Reddit-Post sieht, slidet sie in seine DMs, und die Chemie zwischen den beiden stimmt sofort. Um den "Dating-Fluch" zu brechen, unter dem die beiden leiden, beschließen sie, sich gegenseitig zu daten, und für Emma und Maddy geht es statt nach Hawaii erstmal nach Minneapolis ins Royaume Northwestern Hospital. Klingt doch nach dem perfekten Plan und als könnte nichts schiefgehen, oder?Doch auf Justin und Emma wartet viel mehr als nur ein harmloser Sommerflirt, denn sie beide haben mit eigenen Schicksalsschlägen zu kämpfen, die ein gemeinsames Leben unmöglich erscheinen lassen ...Bisher habe ich von Abby Jimenez nur einen Kurzroman gelesen, war aber dort schon überrascht, wie gut sie den Charakteren und der Handlung auf diesen wenigen Seiten Tiefgang verleihen konnte.Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis ich zu einem ihrer Romane greifen würde und "Just For The Summer" sprach mich dabei jetzt vom Titel einfach an.Der Einstieg verlief mühelos und die Hauptfiguren, Emma und Justin, waren mir auf Anhieb sympathisch.Vor allem Justin konnte mich mit seiner Art sofort überzeugen und die Art und Weise in der er vom ersten Augenblick an, um Emma geworben hat, obwohl zu diesem Zeitpunkt eine deutliche räumliche Distanz zwischen ihnen herrschte, war schon ziemlich süß.Kein Wunder also, dass sie sich so schnell entschieden hat, für den Sommer ihre Pläne zu ändern, um Justin kennen zu lernen.Wie auch schon im Kurzroman ging es auch auch hier schnell deutlich tiefer und es wurde deutlich, dass beide Charaktere ihre (emotionalen) Baustellen haben und sich mehr oder weniger gut damit auseinandergesetzt haben.Natürlich wurde durch die Art ihrer Probleme auch schnell klar, in welche Richtung sich wahrscheinlich die Handlung entwickeln würde und welcher Punkt wahrscheinlich das große Beziehungsdrama zum Ende hin auslösen würde.Aber ich mochte die Beiden einfach sehr als Paar und habe ständig gehofft, dass sie das noch irgendwie klären können und war dann tatsächlich überrascht, dass sie dieses gewisse und sehr deutliche Problem schon recht früh (nach relativ kurzem Drama) ansprechen und umschiffen konnten.Das eigentliche Drama hat mich dann umso mehr überraschen und umhauen können - wobei ich mittlerweile herausgefunden habe, dass einiges davon wohl für diejenigen absehbar gewesen wäre, die auch schon die anderen Bücher der Autorin kennen, da Emmas Mutter, die hier für das große Chaos sorgt, ihnen schon bekannt sein dürfte.So gab es also doch noch einen Umweg bis zum Happy End, welches mir allerdings dann etwas zu schnell kam. Während Justin kurz vorher noch einen traurigen Monolog darüber gehalten hat, dass er sie zwar vermissen und immer noch lieben würde, ihr aber wahrscheinlich nie mehr ganz vertrauen könnte, zu bleiben, ist plötzlich wieder alles gut, als sie ihn trifft und ihm erklärt, dass sie ihn liebt und eine neue Therapie angefangen hat und zack: Happy End!Das hat mich ein wenig überrumpelt, auch wenn ich es ihnen natürlich gegönnt habe, aber ein klein wenig mehr Anstrengung beiderseits wäre schon nett gewesen.Fazit: Eine wirklich tiefgründige Liebesgeschichte mit sympathischen Charakteren und so einigen emotionalen Themen. Obwohl ich die beiden als Paar sehr mochte und auch die Art und Weise wie hier einige Themen behandelt wurden, mich sehr mitnehmen konnte, hat am Ende doch noch der letzte Funke für mich gefehlt.Auch dass Abby Jimenez im Nachwort noch das Gefühl hatte, so viel bzgl. ihrer Charaktere bzw. des Handlungsverlaufs erklären zu müssen, fand ich etwas seltsam. Die Geschichte hätte eigentlich für sich sprechen sollen.Trotz allem eine Empfehlung für alle, die bei Liebesromanen auch nicht vor schwierigen und emotionalen Themen zurückschrecken und ordentlich Tiefgang der Charaktere bevorzugen.