Anfang und Ende waren toll, aber dazwischen zu viel Spice
Der Klappentext oben verrät bereits einiges zum Buchinhalt, deshalb halte ich mich dazu etwas kurz bzw. gebe gleich meinen eigenen Senf dazu. Der Einstieg in den ersten Band dieser Reihe fand ich richtig gelungen. Ich war vom Ausgangsszenario begeistert, welches mich an einem Thriller oder eine Romantic Suspense Geschichte erinnerte. Letztes Genre ist auch ziemlich passend, auch wenn es mir zu viel an Romantik bzw. Spice war.Sloane kommt aus reichem Haus und erfährt durch ihren ersten Freund Nathan Andros erstmals Gewalt. Als sie schwanger wird, beendet ihr Vater den Kontakt und wirft sie raus. Als sie sich von Nathan trennt, beginnt er sie mehr oder weniger zu stalken. Als Sloane ihre Miete nicht mehr bezahlen kann, wendet sie sich an ihn, um Geld für sie und die gemeinsame Tochter Callie einzufordern und der Delogierung zu entgehen. Dabei kommt es zu einem Zwischenfall und Nathan kommt ins Gefängnis.Sloane flieht von Amerika nach Europa. In den schottischen Highlands arbeitet sie als Kindermädchen im Ardnoch Estate, welches ihren Freunden gehört. Die inzwischen zehnjährige Callie und sie teilen sich ein malerisches Cottage und mit ihren Backkünsten verzaubert Sloane ihre Mitmenschen.Als Nathan aus dem Gefängnis entlassen wird, sind Sloane und Callie auch in Schottland nicht mehr wirklich sicher. Doch mit ihrem Kollegen Walker Ironside, der ihr Herz zum schmelzen bringt, hat sie einen ehemaligen Marine Soldat und Bodyguard an ihrer Seite. Nur Walker scheint gegen sie immun zu sein....Samantha Young erzählt abwechselnd aus der Sicht von Sloane und Walker. Dabei erfährt man so einiges über ihre Gedanken und Gefühle.Sloane ist eine starke junge Frau, die sich bisher größtenteils alleine mit ihrer Tochter durchs Leben kämpfen musste. Sie hat ihre eigenen Bedürfnisse immer hinten angestellt und alles für Callie getan, was ihr möglich war. Mit der Hilfe der Familie Adair konnte sie in Schottland ihr altes Leben hinter sich lassen.Walker ist ein Einzelgänger und bindungsscheu. Er ist stur und hat trotz seiner Marine Ausbildung Versagensängste.Wie bereits zu Beginn angesprochen, fand ich das erste Viertel rasant und spannend und war sofort in der Geschichte. Die lauernde Gefahr aus der Vergangenheit war spannend erzählt und hat mir Gänsehaut bereitet. Man spürte die Bedrohung durch jede Zeile.Etwas verwirrt haben mich die vielen Charaktere. Ich hatte das Gefühl hier nicht einen ersten Band einer Reihe in den Händen zu halten, sondern eine Fortsetzung zu lesen. Nun weiß ich, dass diese Charaktere in einer anderen Reihe der Autorin, der Adair Reihe, bereits vorkommen. Diese habe ich allerdings nicht gelesen. Gestört hat mich vor allem der viele Spice. In der Mitte des Buches hatte ich das Gefühl nichts Neues mehr an Handlung zu erfahren, sondern ärgerte mich über das ewige Hin und Her der beiden Protagonisten und dem daraus resultierenden unnötigen Dramen. Die Umsetzung hätte etwas straffer erzählt werden können und das Hin und Her zwischen Sloane und Walker wurde bald ziemlich nervig. Einige Wiederholungen und die ewigen Bekundungen, wie sexy der andere nicht sei, waren ebenfalls nicht meins. Irgendwann war ich die vielen spicy Szenen leid und habe sie nur mehr quer gelesen.Der Schreibstil war sehr gut zu lesen. Man spürt die Emotionen der handelnden Figuren durch jede Seite. Vor allem die Beziehung zwischen Sloane und Callie war sehr eindrücklich und liebevoll beschrieben. Aber auch die ernsten Themen hat Samantha Young gut und spannend umgesetzt. Von den schottischen Highlands hat man leider kaum etwas gespürt. Die Geschichte hätte auch an jeden anderen beliebigen Ort spielen können.Das letzte Viertel hat mich dann wieder gepackt, denn die Geschichte nahm wieder an Fahrt auf und schloss mit einem spannenden Finale.Fazit:Mit "Highland Dream" hat Samantha Young eine Geschichte über Neuanfänge, Hoffnung, Traumata und Heilung geschrieben. Gute Themen, die leider für mich durch viel zu viel Spice und dem ewigen Hin und Her zwischen Sloane und Walker nervte und an Tiefe und Spannung verlor. Wegen dem spannenden Beginn und dem fesselnden Ende vergebe ich gerade noch 3 Sterne. Die Reihe werde ich nicht weiter verfolgen.