Gibts das auch mit Liebe? hat mich genau da abgeholt, wo ich solche Geschichten am liebsten lese: mit einem Augenzwinkern, aber trotzdem mit Gefühl. Ellen Berg schafft es, den ganz normalen Alltagswahnsinn so zu verpacken, dass man sich selbst an vielen Stellen wiedererkennt manchmal lachend, manchmal leicht ertappt.
Die Hauptfigur mochte ich sofort. Sie ist nicht perfekt, trifft Entscheidungen, die man vielleicht selbst schon mal ähnlich getroffen hat, und stolpert sich irgendwie durch ihr Leben. Genau das macht sie für mich so sympathisch. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass ich sie gut verstehen kann auch wenn ich nicht immer alles genauso gemacht hätte.
Was mir besonders gefallen hat, ist der Humor. Er ist leicht, manchmal ein bisschen frech, aber nie überzogen. Es gibt viele kleine Situationen, die einfach aus dem Leben gegriffen sind und dadurch umso besser funktionieren. Gleichzeitig verliert die Geschichte nie komplett den emotionalen Kern. Zwischen all dem Witz geht es auch um Beziehungen, Erwartungen und die Frage, was man eigentlich wirklich will.
Der Schreibstil ist locker und flüssig, sodass ich ziemlich schnell durch die Seiten gekommen bin. Es ist definitiv ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann, ohne dass es oberflächlich wirkt. Immer wieder gibt es Momente, in denen man kurz innehält, weil doch mehr dahintersteckt, als man zuerst denkt.
Ein kleiner Punkt: An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass bestimmte Entwicklungen etwas mehr Zeit bekommen. Einige Dinge gehen recht schnell, wo ich gern noch ein bisschen länger in den Momenten geblieben wäre.
Trotzdem ist Gibts das auch mit Liebe? für mich eine unterhaltsame, warmherzige Geschichte, die genau die richtige Mischung aus Humor und Gefühl trifft. Ein Buch, das Spaß macht, aber auch ein kleines bisschen nachdenklich zurücklässt.