Stark angefangen, dann leider nachgelassen. Nicht ganz das, was ich erhofft habe.
<span ;="" style="font-size:15px">¿ Heart of The Damned ~ Julia Pauss ¿<span ;="" style="font-size:15px">¿¿¿¿¿¿,5 / 5<span ;="" style="font-size:15px">Genre: Dark Romantasy<span ;="" style="font-size:15px">Band 1 / 2<span ;="" style="font-size:15px">¿¿¿<span ;="" style="font-size:15px">Handlung & Schreibstil<span ;="" style="font-size:15px">Ich wollte es wirklich lieben. Aber leider gab es ein paar Dinge, die mein Leseerlebnis<span ;="" style="font-size:15px">beeinflusst haben...<span ;="" style="font-size:15px">Zuerst muss ich sagen: es passiert wahnsinnig viel! Die Idee hinter der Geschichte finde<span ;="" style="font-size:15px">ich wahnsinnig gut und ich war von Seite 1 an gefesselt. Die Pace ist sehr schnell, es<span ;="" style="font-size:15px">passiert eine Sache nach der anderen. Das macht es inhaltlich sehr spannend und hält<span ;="" style="font-size:15px">am Lesen. Das Worldbuilding am Anfang der Geschichte konnte mich auch überzeugen.<span ;="" style="font-size:15px">Der Aufbau von Lethia (die Stadt, in der es spielt) mit den 7 Kreisen hat mich direkt an<span ;="" style="font-size:15px">die 7 Kreise der Hölle erinnert. Ob das so gewollt ist, weiß ich nicht, konkret thematisiert<span ;="" style="font-size:15px">wurde es nicht.<span ;="" style="font-size:15px">Leider konnte der wirklich starke Anfang das Niveau in meinen Augen nicht über das<span ;="" style="font-size:15px">weitere Buch hinaus halten. Durch die schnelle Pace und die vielen Ereignisse fehlt es<span ;="" style="font-size:15px">mir an Szenen, die das Erlebte aufarbeiten. So konnten für mich Konflikte und auch<span ;="" style="font-size:15px">Beziehungen nicht richtig vertieft werden. Actionszenen und Szenen, in denen interagiert<span ;="" style="font-size:15px">und verschiedene Beziehungen definiert, vertieft und erarbeitet werden, haben sich in<span ;="" style="font-size:15px">meinen Augen nicht die Waage gehalten. Es hat sich für mich so angefühlt, als würde ich<span ;="" style="font-size:15px">die Entwicklung in der Dynamik der Charaktere verpassen, weil ich so wenig<span ;="" style="font-size:15px">mitgenommen werde - und dann vor vollendete Tatsachen gestellt, wenn sich eine<span ;="" style="font-size:15px">Beziehungsdynamik plötzlich gewendet hat.<span ;="" style="font-size:15px">Auch das am Anfang sehr schöne Worldbuilding wurde in meinen Augen im Verlauf<span ;="" style="font-size:15px">immer weiter schleifen gelassen. Zum Beispiel verstehe ich die (scheinbare) Abneigung<span ;="" style="font-size:15px">des Volkes gegen ihren König nicht, wo durch ihn die Dämonen doch eine Zeit lang sogar<span ;="" style="font-size:15px">weg waren. Es gibt auch nicht wirklich konkrete Infos oder Bilder über die<span ;="" style="font-size:15px">Lebensumstände der BürgerInnen in den verschiedenen Kreisen.<span ;="" style="font-size:15px">Der Aufbau rund um die Dämonen war solide, hätte aber auch von mehr Details<span ;="" style="font-size:15px">profitieren können. Man wird mitgenommen in den Konflikt, ich hätte mir manchmal<span ;="" style="font-size:15px">aber mehr Hintergrundwissen gewünscht.<span ;="" style="font-size:15px">Es fühlte sich beim Lesen manchmal so an, als würde Wissen vorausgesetzt werden, als<span ;="" style="font-size:15px">würde man in einen Folgeband oder eine bekannte Welt/Geschichte einsteigen, was ja<span ;="" style="font-size:15px">nicht der Fall ist (kurze Anmerkung: spannenderweise empfand ich in Band 2 den<span ;="" style="font-size:15px">Aufbau des Hintergrundwissens und einige hier kritisierte Worldbuilding-Konflikte<span ;="" style="font-size:15px">besser und vertiefter, aber leider zu spät).<span ;="" style="font-size:15px">Es gab auch ein paar Handlungsstränge, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte, die<span ;="" style="font-size:15px">ich aber nicht benennen möchte, um Spoiler zu vermeiden. In kryptisch frage ich mich,<span ;="" style="font-size:15px">warum eine Rückreise allein nachts im Dunkeln, anstatt am nächsten Tag angetreten<span ;="" style="font-size:15px">wurde, wie es vermutlich der Plan und bedeutend sicherer gewesen wäre. Für den<span ;="" style="font-size:15px">stilistischen Teil ist es nachvollziehbar (Spannungsaufbau), aber inhaltlich erschien es<span ;="" style="font-size:15px">mir unpassend naiv und unvorsichtig ob der gegebenen Situation.<span ;="" style="font-size:15px">Der Plottwist am Ende war aber tatsächlich richtig gut und hat für mich und meiner<span ;="" style="font-size:15px">Meinung zu dem Buch nochmal viel rausholen können.<span ;="" style="font-size:15px">Charaktere<span ;="" style="font-size:15px">Scar (Scarlett) unsere FMC hat gemischte Gefühle in mir ausgelöst. Ich liebe badass<span ;="" style="font-size:15px">FMC, die sich nichts sagen lassen, stark sind, anecken - und das ist sie definitiv. Sie<span ;="" style="font-size:15px">weiß, was sie tut, ist schlagfertig und selbstbewusst. Und doch haben mich viele ihrer<span ;="" style="font-size:15px">Handlungen durchaus - in Ermangelung eines besseren Wortes - genervt.<span ;="" style="font-size:15px">Scar ist, besonders am Anfang, fast durchgehend abfällig, verhöhnend und respektlos, v.a. dem König gegenüber. Ich habe nach einem Grund für ihren Zynismus gesucht, ihn aber nicht gefunden. Und das liegt einfach daran, dass wir absolut nichts über Scars<span ;="" style="font-size:15px">Vergangenheit erfahren. Das Ding ist, ganz am Ende des Buches ergibt diese Entscheidung Sinn. Aber es hat vor allem dazu geführt, dass ich sie, ihre Entscheidungen, ihre Handlungen und Bewertungen nicht nachvollziehen konnte, ihre Motive nicht verstanden habe. Stärke ist für mich mehr als Schlagfertigkeit und<span ;="" style="font-size:15px">Abwertung. Einige Aussagen empfand ich persönlich auch nicht als schlagfertig,<span ;="" style="font-size:15px">sondern eher als haltlos. Andererseits lässt sie sich eben auch nicht unterkriegen und in<span ;="" style="font-size:15px">keine Form pressen, das mag ich an ihr.<span ;="" style="font-size:15px">Dann wiederum wirkte sie teilweise grenzüberschreitend. Sie trifft beispielsweise<span ;="" style="font-size:15px">Entscheidungen, die Ren definitiv mit hätten einschließen müssen, über seinen Kopf<span ;="" style="font-size:15px">hinweg, manchmal gegen seinen Willen.<span ;="" style="font-size:15px">Es laufen auch einige Handlungsfäden vom Beginn ins Leere, bzw. einige<span ;="" style="font-size:15px">Verhaltensweisen bleiben einfach ungeklärt (Wieso ist sie am Anfang so krass darauf<span ;="" style="font-size:15px">fixiert, dass Ren nur das Eine im Kopf habe und sie sich bestimmt nicht anfassen lassen<span ;="" style="font-size:15px">wird, das wird von ihr mehr als ein Mal betont, aber es gab keinen ersichtlichen Grund.<span ;="" style="font-size:15px">Mit welchem Auftrag kam sie ins Schloss, was ist damit, wieso wird der plötzlich egal?).<span ;="" style="font-size:15px">Ich glaube, Scar hätte extrem davon profitiert, wenigstens winzige Hinweise ihres<span ;="" style="font-size:15px">bisherigen Lebens einzustreuen. Das wäre durchaus möglich gewesen, ohne den<span ;="" style="font-size:15px">genauen Kontext zu offenbaren. Aber welche Gefühle sie empfunden hat, ob sie sich<span ;="" style="font-size:15px">geliebt und allein gefühlt hat, ob sie Sicherheit erfahren oder in ständiger Ablehnung<span ;="" style="font-size:15px">gelebt hat. Solche Informationen, subtil eingestreut, hätten ausreichend Kontext<span ;="" style="font-size:15px">geboten, um ihren Entscheidungen ein wenig Tiefe zu verleihen. So wirkte sie für mich,<span ;="" style="font-size:15px">bis zum Ende, irgendwie flach, wenig nachvollziehbar und teilweise sogar anstrengend.<span ;="" style="font-size:15px">Und das, obwohl sie (mit Wissen aus Band 2) in Gänze eine fantastische FMC ist. Leider<span ;="" style="font-size:15px">wird das erst viel zu spät deutlich für mich.<span ;="" style="font-size:15px">Ren (Laurentius), unser MMC, gefällt mir schon ganz gut, fühlt sich aber auch etwas<span ;="" style="font-size:15px">flach an. Er musste früh erwachsen werden, Verantwortung übernehmen. Die Last<span ;="" style="font-size:15px">seines Landes wiegt schwer. Er ist eine Mischung aus Verantwortung, Selbsthass und<span ;="" style="font-size:15px">Melancholie. Er will ein König der Vernunft sein, hat aber ein großes und lautes Herz und<span ;="" style="font-size:15px">befindet sich in einer Situation, in der er weniger regieren als eher konstant verteidigen<span ;="" style="font-size:15px">muss. Er ist der Inbegriff von Selbstaufopferung für sein Volk, ein Märtyrer. Und hier fängt<span ;="" style="font-size:15px">es an, dass es mir an Tiefe fehlt. Woher kommt diese Leidenschaft, diese Bereitschaft?<span ;="" style="font-size:15px">Was hat ihn geprägt so früh so viel Verantwortung zu übernehmen? Er macht es, er leidet und macht es trotzdem beinahe gern. Was treibt ihn an? Auch seine Geheimnisse blieben über das gesamte Buch fast durchgehend gleich verdeckt. Ich hätte mir schrittweise mehr Offenbarung gewünscht, den Lesenden irgendwie ranhalten sich zu fragen, was dahintersteckt.<span ;="" style="font-size:15px">Seine Persönlichkeit war für mich Märtyrer und irgendwie konnte mich das nicht ganz so<span ;="" style="font-size:15px">abholen.<span ;="" style="font-size:15px">Die Beziehung zwischen den beiden hat mich leider ebenfalls gar nicht abholen können<span ;="" style="font-size:15px">und das hat mir beinahe am meisten Leid getan. Ich habe leider kaum bis keine Chemie<span ;="" style="font-size:15px">gespürt, der Funke wollte bei mir einfach nicht überspringen. Das lag zum einen daran,<span ;="" style="font-size:15px">dass ich die Charaktere eben so wenig nachvollziehen konnte, weil ich ihre Motivation,<span ;="" style="font-size:15px">Motive und Annahmen nicht kennen lernen konnte. Zum anderen konnte ich die<span ;="" style="font-size:15px">Entwicklung in der Beziehungsdynamik nicht nachvollziehen. Weiter oben habe ich ja<span ;="" style="font-size:15px">schon angemerkt, dass durch viel Action die Beziehungsgestaltung manchmal zu kurz<span ;="" style="font-size:15px">kommt. Und das zeigt sich hier. Ich konnte die Entwicklung von den enemies to lovers<span ;="" style="font-size:15px">nicht sehen oder fühlen. Gefühlt haben die beiden auch mal kaum Zeit miteinander<span ;="" style="font-size:15px">verbracht. So wirklich viel passiert, bis der Switch kam, ist zwischen den beiden in meinen Augen nicht und so hat mich leider auch der Teil des Buches etwas verloren.<span ;="" style="font-size:15px">Fazit<span ;="" style="font-size:15px">Ich hatte mich wirklich so sehr auf dieses Buch gefreut und der Anfang hat auch richtig<span ;="" style="font-size:15px">viel Spaß gemacht. Der Twist am Ende war super und es gab viele tolle Ideen. Leider sind<span ;="" style="font-size:15px">Worldbuilding und Charakterentwicklung über den Verlauf für mich persönlich zu sehr<span ;="" style="font-size:15px">ins straucheln geraten, ich konnte die Handlungen und Intentionen nicht<span ;="" style="font-size:15px">nachvollziehen, was mir das Mitfiebern erschwert hat.<span ;="" style="font-size:15px">Sowohl FMC als auch MMC konnte ich nicht spüren, sie wirkten flach und sie konnten<span ;="" style="font-size:15px">mich nicht abholen. Das gilt leider auch für den Romance Teil.<span ;="" style="font-size:15px">Dadurch hat sich das Lesen leider auch etwas gezogen und hier und da eine kleine<span ;="" style="font-size:15px">Flaute hinterlassen.<span ;="" style="font-size:15px">Es war leider nicht das, was ich erwartet habe, aber trotzdem in gewissen Teilen spaßig<span ;="" style="font-size:15px">und stark. Immerhin hab ich Band 2 auch gelesen, weil ich es nicht ganz abschreiben<span ;="" style="font-size:15px">wollte und: Spoiler: Band 2 war etwas besser.<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_260620_222654_528.sdocx-->