Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und war dabei erstaunlich schnell wieder mitten in der Geschichte. Der Einstieg fällt leicht, denn man findet direkt zurück in die Welt und die Figuren, und die Spannung ist von Anfang an spürbar.
Am meisten überzeugt hat mich erneut das Trio. Kiana, Tyron und Nevin ergänzen sich großartig, weil sich hier nicht alles nur um Romantik dreht, sondern Freundschaft, Loyalität und Zugehörigkeit genauso viel Gewicht haben. Gerade Nevin bringt für mich dabei nicht nur Wärme und Humor rein, sondern auch diese ruhigen, nachdenklichen Momente, die der Geschichte Tiefe geben. Auch die Beziehung zwischen Kiana und Tyron mochte ich sehr, weil sie sich lebendig anfühlt, mal reibt, mal zärtlich ist und nicht künstlich auf Drama getrimmt wirkt.
Spannend fand ich außerdem, wie nach und nach mehr Wahrheit über die Götter, ihre Motive und die Hintergründe der Welt ans Licht kommt. Das Worldbuilding bleibt dabei stimmig und die Enthüllungen geben dem Ganzen eine düstere, teilweise auch wütend machende Note, weil so deutlich wird, wie sehr Machtspiele auf dem Rücken anderer ausgetragen werden. Gleichzeitig mochte ich die Passagen, in denen Kianas Fähigkeiten neue Facetten zeigen, weil das dem Plot immer wieder frische Impulse gibt.
Warum dann nur vier Sterne? Für mich hatte der Mittelteil ein paar ruhigere Strecken, in denen ich das Gefühl hatte, dass manches etwas länger ausgeführt wird, als nötig, und einzelne Entwicklungen waren für mich recht früh absehbar. Das hat den Lesesog zwar nicht zerstört, aber im Vergleich zum Auftakt hat es sich an manchen Stellen einen Tick weniger überraschend angefühlt.
Trotzdem ist How to kill Fate für mich ein sehr gelungener Abschluss, der emotional trifft, Spannung liefert und seine Figuren ernst nimmt. Wer Band 1 mochte, wird hier definitiv glücklich werden, idealerweise liest man beide Teile nicht mit zu viel Abstand.