How to Kill Fate, der zweite und abschließende Band der Fate-Dilogie von Saskia Louis, setzt genau dort an, wo Zweifel, Gefühle und unbequeme Wahrheiten nicht länger ignoriert werden können. Kiana beginnt, die Götter und ihre Regeln ernsthaft infrage zu stellen und mit ihr gerät eine ganze Welt ins Wanken. Verbotene Liebe, neu erwachende Kräfte und ein Kampf gegen Vorherbestimmung treiben die Geschichte unaufhaltsam auf ihr Finale zu.
Dieser Band fühlt sich intensiver, emotionaler und mutiger an als der Auftakt. Die Figuren wirken spürbar gereift, allen voran Kiana, die nicht mehr nur reagiert, sondern aktiv Verantwortung übernimmt und für Veränderung kämpft. Ihre innere Entwicklung ist glaubwürdig und berührend erzählt. Die Beziehung zwischen Kiana und Tyron steht dabei stark im Mittelpunkt. Sie ist nicht kitschig, sondern voller Reibung, Zweifel und tiefer Verbundenheit. Gerade diese Ecken und Kanten machen ihre Liebe so glaubhaft. Tyron überzeugt mit seiner Loyalität und innerer Stärke, während er gleichzeitig gezwungen ist, sich seiner eigenen Vergangenheit zu stellen. Ein echtes Highlight bleibt Nevin, er ist humorvoll, warmherzig und emotional unverzichtbar. Er lockert die Geschichte auf, ohne ihr die Tiefe zu nehmen, und verleiht vielen Szenen die nötige Leichtigkeit und Herz. Inhaltlich punktet der Roman mit einer spannenden Auseinandersetzung rund um Schicksal, Götter und freie Entscheidung. Die Welt wirkt hart, ungerecht und gerade deshalb glaubwürdig. Die Frage, ob das eigene Leben fremdbestimmt sein muss oder selbst gestaltet werden kann, zieht sich stark durch die Handlung. Der Schreibstil ist dabei gewohnt flüssig, bildhaft und gut verständlich, das Tempo angenehm und die Wendungen sind überraschend, ohne konstruiert zu wirken.
Ein emotionales, kraftvolles Finale, das die großen Themen wie Liebe, Freiheit und Selbstbestimmung überzeugend zusammenführt. Die Geschichte bleibt bis zur letzten Seite spannend, berührt tief und hinterlässt das Gefühl, eine runde und stimmige Reise erlebt zu haben. Ein würdiger Abschluss einer starken Dilogie.