Mit Where Good Girls go to Die eröffnet Holly Renee ihre Good-Girls-Reihe mit einer intensiven Second-Chance-Romance, die von Emotionen, unausgesprochenen Wahrheiten und einer spürbaren Anziehung lebt. Die Geschichte lässt sich unglaublich schnell lesen und zieht einen schon nach wenigen Seiten in ihren Bann.
Im Mittelpunkt stehen Livy und Parker, die eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, die sie beide bis heute prägt. Vier Jahre nach ihrem schmerzhaften Bruch treffen sie unter denkbar ungünstigen Umständen wieder aufeinander: Livy arbeitet in einem Stripclub, Parker steht kurz vor seiner Hochzeit und plötzlich prallen verdrängte Gefühle, alte Wunden und neue Sehnsüchte frontal aufeinander. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt und wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wodurch sich ihre Beziehung Stück für Stück erschließt. Gerade dieser Aufbau sorgt dafür, dass man die Dynamik der beiden gut nachvollziehen kann.
Livy ist eine Protagonistin, die schnell ans Herz geht. Sie ist stark, direkt und kämpft sich durchs Leben, auch wenn ihre Entscheidungen nicht immer leicht waren. Hinter ihrer toughen Fassade steckt viel Verletzlichkeit, die die Autorin sehr feinfühlig einfängt. Parker hingegen ist ein klassischer Bad-Boy-Typ mit emotionalem Ballast. Er wirkt oft verschlossen und impulsiv, doch seine innere Zerrissenheit macht ihn greifbar auch wenn man sich als Leser*in stellenweise wünscht, er würde endlich klarer kommunizieren.
Die Beziehung der beiden lebt vor allem von der knisternden Spannung zwischen Nähe und Abstand. Die Anziehung ist jederzeit spürbar, ebenso wie das Gefühl, dass sie nie wirklich voneinander losgekommen sind. Gleichzeitig spielt das Brothers-Best-Friend- und Forbidden-Love-Motiv eine zentrale Rolle und verleiht der Geschichte zusätzlichen Reiz. Unterstützt wird das Ganze durch lebendige Nebenfiguren, die für Leichtigkeit, Humor und echte Found-Family-Vibes sorgen.
Stilistisch ist das Buch modern, direkt und sehr zugänglich geschrieben. Das Tempo ist hoch, was das Lesen kurzweilig macht, allerdings geht das gegen Ende etwas zulasten der emotionalen Tiefe. Einige Konflikte lösen sich vergleichsweise schnell auf, wo man sich mehr Raum für Gespräche und Verarbeitung gewünscht hätte. Auch der Spice-Anteil rückt stellenweise stärker in den Vordergrund als die emotionale Aufarbeitung der Vergangenheit.
Fazit:Where Good Girls go to Die ist ein emotional aufgeladener Auftakt, der vor allem durch seine intensive Second-Chance-Romance, spürbare Chemie und ein hohes Erzähltempo überzeugt. Trotz kleiner Schwächen in der Tiefe bleibt die Geschichte fesselnd, leidenschaftlich und perfekt für zwischendurch. Wer Brothers-Best-Friend, Forbidden Love und viel Herzklopfen liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.