**Inhaltsangabe Verlag:**
Ein Mord an einem Obdachlosen in der Innenstadt von Pori. Das Opfer wurde mit Benzin übergossen und angezündet. Eine entsetzliche Tat. Der Verdacht richtet sich sogleich auf eine Gruppe von Jugendlichen, die dafür bekannt ist, hilflose Menschen zu schikanieren. Aber würden die Randalierer so weit gehen und einen Menschen auf dermaßen brutale Weise umbringen? Die Ermittlungen in diesem heiklen Fall übernimmt Kommissarin Susanna Manner. Die Spur führt sie schon bald in die Welt der Ausgegrenzten, in Drogenhöhlen und Waldlager, unter Brücken und in Nachtunterkünfte. Und sie sieht ihren anfänglichen Verdacht mehr und mehr bestätigt: Ihr eigener Sohn ist womöglich in den Mord verwickelt.
**Meine Inhaltsangabe:**
Die Gewalt an Obdachlosen in Pori nimmt zu, offensichtlich von einer Bande Jugendlicher begangen. Als es dann aber eskaliert und Obdachlose mit Benzin übergossen und angezündet werden, wirft ein Video aus einer Überwachungskamera, dass einen der Anschläge gefilmt hat, viele Fragen auf. Diese führen das Team von Chefin Susanne Manner, allen voran Juri Paloviita, Oksman und Linda, in die Obdachlosenszene, wo ihnen vom sogenannten Erlöser erzählt wird. Während das Team ermittelt, versucht Susanne Manner ihren auf die schiefe Bahn geratenen Sohn zu schützen, der in den organisierten Drogenhandel gerutscht ist. Wie weit wird sie dafür gehen?
Erster Satz: »Der Erlöser legte Harri die Hand auf die Schulter.«
**Mein Eindruck:**
Jeder der inzwischen fünf Bände widmet sich einem der Figuren, diesmal steht Susanne Manner im Vordergrund. Ihr Interessenkonflikt (einerseits das Gesetz und ihr damit verbundener verantwortungsvoller Job, andererseits die Liebe zu ihrem Kind) ist fast schon körperlich spürbar und nimmt einen großen Teil der Handlung ein, ohne diese zu dominieren. Vielmehr wird auch jetzt wieder jeder der Charaktere beleuchtet, hat seine Momente und Auftritte, die letztlich zu einem spannenden, fesselnden und berührenden Krimi führen. Der stille, unaufgeregte Schreibstil Arttu Tuominens steht nur scheinbar im Konflikt mit der Brutalität der Gewalt gegen die Obdachlosen. Tatsächlich empfinde ich diese gerade dadurch noch viel eindrücklicher und unter die Haut gehend. Das ist schon kein leichtes Thema und ich habe richtig mitgelitten. Letztlich geht es um Macht in all ihren Facetten: Macht ausüben, Macht ausgeliefert sein, Macht missbrauchen. Ich mochte die beiden Schienen (die Obdachlosenmorde und die Drogensituation) sehr und auch wie die Figuren sich weiterentwickeln (mein heimlicher Favorit Oksman wird glatt ein wenig menschlicher und nahbarer) hat mir super gefallen. Ich hoffe, sie noch das eine oder andere Mal auf ihrem jeweiligen Weg weiter begleiten zu dürfen. Ein ruhiger, aber nicht minder an die Nerven gehender und spannender Krimi, der mich auf falsche Fährten gelockt und aller bestens unterhalten hat. 5/5 Sterne.