Düstere, emotionale Fantasy mit starkem Slow Burn, trotz gewöhnungsbedürftigem Schreibstil sehr berührend.
The Deathless One von Emma Hamm ist eine atmosphärisch dichte, melancholische Fantasygeschichte, die stark über Emotionen, innere Konflikte und langsame Entwicklungen funktioniert, dabei aber nicht ganz ohne Schwächen bleibt. Jeassamine begegnet Elric, dem sogenannten Deathless One, einem unsterblichen Wesen, das an einen uralten Fluch gebunden ist. Als sich ihre Wege kreuzen, geraten beide in eine Geschichte voller dunkler Magie, alter Götter und der Frage, ob Erlösung selbst für die Verdammten möglich ist.Besonders gelungen fand ich die Charakterzeichnung. Elric ist kein klassischer Held, sondern geprägt von Schuld, Einsamkeit und der ständigen Angst, erneut alles zu verlieren. Seine Unsterblichkeit wirkt durchgehend wie eine Last - ruhig, schwer und emotional spürbar. Jeassamine ist eine empathische, glaubwürdige Protagonistin, deren innere Stärke sich leise entfaltet und die Elric nicht retten will, sondern ihn versteht. Der Slow Burn zwischen den beiden ist behutsam aufgebaut und wirkt dadurch sehr authentisch.Der größte Kritikpunkt, und ausschlaggebend für die Bewertung, ist für mich jedoch die Schreibperspektive und das Erzähltempo zu Beginn. Der Stil ist stark introspektiv und sehr detailverliebt, wodurch der Einstieg zäh wirkt und der Lesefluss deutlich leidet. Ich musste mich bewusst durch die ersten Kapitel arbeiten, bevor die Geschichte mich wirklich packen konnte. Auch später bleibt das Tempo eher ruhig, was nicht immer zur Spannung beiträgt.The Deathless One ist eine tiefgründige, emotionale Fantasy mit starker Atmosphäre und überzeugenden Figuren, die jedoch Geduld erfordert. Wer langsame, melancholische Geschichten liebt, wird hier viel fühlen - wer einen packenden Einstieg braucht, könnte sich schwerer tun.