Zehn lange Jahre sind vergangen - Siv ist mittlerweile fast dreißig Jahre alt, lebt mit ihrem Mann John und Sohn Nils ein ruhiges Leben, jedoch fühlt sich Siv alles andere als lebendig. Die körperliche Nähe zu ihrem Mann empfindet sie als Qual, ihre Hausarbeiten als eintönig, und Nils Erziehung verlangt ihr mehr ab, als sie geben kann. Und dann, als ein großes Unglück im Wald passiert, begegnet sie ihrer alten, großen Liebe Nila und plötzlich steht Siv vor einer Entscheidung: verlässt sie ihre Familie und fängt mit Nila ein neues Leben an oder bleibt sie bei ihrer Familie, bei John und Nils, und erkennt, was sie da eigentlich hat.
In einem weiteren Erzählstrang lernt der Leser Sivs Sohn Nils näher kennen. Der Junge ist ein Außenseiter im Dorf, der von anderen Kindern böswillig gemobbt wird - und das nicht nur verbal. Nils selbst ist verzweifelt, denn er versteht nicht, was er falsch macht, wieso die Dorfkinder ihn schmerzlich drangsalieren und wieso wegen ihm seine Eltern zum Gespött der Kinderzungen werden.
In der Gegenwart, im Jahr 2022, muss Sivs Enkelin Eva wieder einmal an mehreren Fronten kämpfen. Es droht eine erneute Abholzung schützenswerter Wälder, in die Evas Sohn Vilgot als Umweltaktivist involviert ist. Das Thema ist sensibel und prekär und Eva gerät mit Vilgot in einen Konflikt, als Vilgots Bemühungen fruchten und die bedrohten Waldgebiete einen Status als Naturschutzreservate erhalten. Auch Evas Beziehung zu ihrer wiedergefundenen und erneut entflammten Jugendliebe gerät ins Schwanken. Eva ist verzweifelt und versinkt im tiefen Selbstmitleid bis eine drohende Katastrophe ihr die vom Egoismus verschleierten Augen öffnen.
Auch im zweiten Band der Norrland-Saga entführt uns die Schriftstellerin Ulrika Lagerlöf in die schöne nordschwedische Waldlandschaft. Das Thema einer drohenden Abholzung der Wälder, unter dem Deckmantel der modernen Waldwirtschaft, wird aufs Neue aufgewühlt, doch die Protagonisten finden auch in aussichtslosen Momenten eine Lösung dem entgegenzukommen.