Franz Gaspermaier wird in diesem 13. Fall ziemlich gefordert. Da ist zum einen der Trubel in seinem Haus und zum anderen ein Mord während eines Gastspiels des Staatsballetts in Aussee. Dazu kommt Kevin, ein dienstzugeteilter Jungpolizist mit eigenwilligen Ansichten über Frauen und alle jene, die ausländische Wurzeln haben. Dieser Jungspund vertritt die Manuela, die aktuell in Karenz ist. Blöderweise ist der für Gasperlmaier keine Ent- sondern nur eine Belastung.
Doch der Reihe nach: Die Eltern seiner Schwiegertochter Richelle sind in Bad Aussee zu Besuch. Die Verständigung klappt so lala, sprechen die Kanadier ungefähr so gut Deutsch wie Gasperlmaier Englisch. Gasperlmaiers Ehefrau Christine schupft wie immer den (häuslichen) Laden und bei bodenständiger Kost sowie geistigen Getränken kommt man schnell ins Gespräch. Allerdings scheint der Mord, der sich im Umfeld des Orchesters, das die Aufführungen des Staatsballetts musikalisch umrahmt, ereignet hat, ein willkommener Anlass zu sein, dem anstrengenden Besuchsprogramm für die Gäste zu entfliehen.
Damit hat sich der Gaspermaier ein wenig verkalkuliert, denn statt methodisch und analytisch die Tat aufzuklären, muss er Kevin zügeln, der wie ein Elefant im Porzellanladen herumtappt, Gasperlmaiers liebgewonnenen Dienstwagen schrottet und sich selbst in Gefahr bringt.
Es ist echt zum Haare raufen! Wie soll er da den Täter finden? Zumal sowohl im Orchester als auch in der Balletttruppe nicht alle die Wahrheit sagen und wichtige Details verschweigen.
Meine Meinung:
In seinem 13. Fall bekommt es Gaspermaier mit der Welt von Ballett und klassischer Musik zu tun. Beides ist ihm, der wenn schon Tanzen, lieber sich im Takt eines Landlers bewegt, fremd. Deshalb dauert es zunächst ein wenig, bis er den roten Faden findet. Ich mag ihn ja, den Gasperlmaier, der einerseits ziemlich bauernschlau andererseits ein wenig naiv daherkommt. So ist ihm nicht geläufig, dass Balletttänzer auf Grund der hohen körperlichen Anforderungen häufig zu Appetitzüglern und anderen Substanzen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, greifen.
Wie immer wird er von seiner Christine und seiner Tochter sowie deren Ehefrau tatkräftig unterstützt. Manchmal wirkt Gaspermaiers Haus wie eine Zweigstelle des Polizeipostens, denn auch der Nachbar, der pensionierte Richter Altmann, weiß die eine oder andere Bemerkung zum Fall anzubringen. Jaja, Gaspermaier ist klar, dass er über seine Ermittlungen nicht sprechen darf. Aber, Bad Aussee ist ohnehin ein Dorf, in dem sich Nachrichten schnell verbreiten.
Gut hat mir das Wiedersehen mit Manuela (inklusive Söhnchen im Tragetuch) sowie Kollegin Emina, die dem Kevin mehrmals (vergeblich) zeigt, wo der Bartl den Most herholt, gefallen.
Wie immer erfahren wir ziemlich unterschwellig einiges über das schöne Salzkammergut und seine Bewohner.
Fazit:
Auch dieser 13. Fall für Franz Gasperlmaier hat mir sehr gut gefallen, weshalb ich dem Krimi 5 Sterne und eine Leseempfehlung, die die ganze Reihe einschließt, gebe.