Ein komplexer Fall in Wohlfühl-Atmosphäre, ländliches Lokalkolorit, sympathisches Ermittler-Team, humorvolle Dialoge.
"Letzter Landler" von Herbert Dutzler (erschienen 2026) ist bereits der 13. Band dieser Altaussee-Krimireihe mit dem Dorfpolizisten Franz Gasperlmaier.Das Cover mit der im Gras liegenden Geige passt gut zum Inhalt und ist im Stil analog den Vorgängerbänden gestaltet, was ausgezeichneten Wiedererkennungswert hat. Der Schreibstil ist flüssig und locker und bildhaft, mit humorvollen Dialogen. Das Lokalkolorit zieht sich durch die gesamte Geschichte, in Form von Brauchtum, Kulinarischem, Dialekt und urigen Typen in Tracht. Für mich als Quereinsteigerin war es erst der zweite Roman aus dieser Reihe. Der Fall steht grundsätzlich für sich alleine, doch um die Entwicklung und Persönlichkeit der Protagonisten zu ergründen, sollte man wohl mit dem ersten Band beginnen.Turbulente Zeiten im Hause Gasperlmaier, großes Familientreffen, inklusive kanadischer Verwandtschaft. Doch viel Zeit bleibt ihm nicht, um sich dem Besuch, seinen Kindern und Enkeln zu widmen.Die mühsame, aus zeitaufwändigen Befragungen bestehende Mordermittlung steht im Mittelpunkt der Handlung, ist aber gut dosiert mit unterhaltsamen Szenen aus Gasperlmaiers Familienleben verwoben. Durch diese Mixtur entsteht ein angenehmes Wohlfühlklima. Erst wenige Stunden nachdem Gasperlmaier eine Ballettvorführung miterlebte, wird eine Geigerin des Ensembles tot aufgefunden. Statt gemütlichem Zusammensein im Familienkreis und Ausflüge mit dem Besuch aus Kanada stehen somit Mordermittlungen an. Dabei stoßen Gasperlmaier und seine Liezener Kolleginnen u.a. auf turbulente Liebesbeziehungen und schändliches Benehmen hinter ehrbarer Fassade. Je mehr sie das Umfeld des Opfers durchforsten, desto mehr Verdächtige tauchen auf. Als bald darauf noch ein zweiter Mord passiert, wird es noch komplizierter. Denn die Mordfälle geben massenhaft Rätsel auf. Es ist faszinierend, die diversen Theorien der ErmittlerInnen zu verfolgen. Nichts scheint zusammenzupassen. Stets ist entweder kein Motiv erkennbar oder ein Alibi vorhanden. Drogen, Erpressung, Eifersucht? Man kann hervorragend miträtseln, tappt jedoch bis zuletzt im Dunkeln. Bis Gasperlmaier einen ausschlaggebenden Hinweis liefert, worauf der Täter dingfest gemacht werden kann.Bevölkert wird der Krimi von durchwegs sympathischen Menschen, die gut vorstellbar beschrieben sind und authentisch und lebendig wirken - angefangen von Gasperlmaier selber, der es gerne gemütlich hat und gerne isst, und seiner liebenswerten Familie, deren Mitglieder auch so einige Eigenheiten und Ecken und Kanten aufweisen, über seine Kolleginnen Dr. Kohlross und Emina Jovanovic, die mit ihm zusammen ein effizientes Team bilden, und Kevin, den Neuen, der eher Unruhe stiftet als er Gasperlmaier eine Hilfe ist, und diverse nachbarlichen Freunde, bis zu den Tatverdächtigen und anderen Nebenfiguren."Letzter Landler" ist trotz einiger Spannungsmomente ein eher ruhiger Regionalkrimi, unterhaltsam, menschlich geprägt durch die liebenswürdige Figur Gasperlmaier. Kaum hat man das Buch beendet, freut man sich schon auf den nächsten Fall bzw. Gasperlmaiers familiäre Turbulenzen.