Ein berührender Roman über Familie, Herkunft und die manchmal gar nicht so einfache Frage, was Heimat eigentlich bedeutet.
Ich habe diesen Roman wirklich gern gelesen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: 2024 begleiten wir Amelie in Köln, die gerade ziemlich mit ihrer Teenager-Tochter zu kämpfen hat und durch eine Reportage plötzlich stärker mit ihrer arabischen Familiengeschichte konfrontiert wird.In der Vergangenheit lernen wir Zayn und seine Familie kennen, die nach der Flucht aus Jaffa in Tripolis ein neues Zuhause finden. Besonders diese Geschichte hat mich sehr berührt, vor allem die Einblicke in die Familie und in das Leben von Zayns Mutter.Die beiden Ebenen haben mir beide gefallen, wobei ich die Vergangenheit tatsächlich noch etwas lieber gelesen habe.Mit Amelie hatte ich es manchmal etwas schwerer. Ihre palästinensische Seite, die sie lange von sich wegschiebt und teilweise sogar als etwas Negatives betrachtet, konnte ich nicht immer nachvollziehen.Vielleicht gerade deshalb, weil ich selbst meine türkische Seite nie als etwas empfunden habe, das ich verstecken oder von mir abtrennen möchte.Umso schöner fand ich, wie Amelie sich durch ihre Recherche nach und nach mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzt. Dabei wird auch deutlich, dass sie selbst einige Vorurteile mit sich herumträgt. Sie beginnt Fragen zu stellen, über Herkunft, Heimat und Identität nachzudenken und auch darüber, was von einer Familie über Generationen weitergegeben wird.Die Autorin schreibt sehr einfühlsam über Themen wie Flucht, Zugehörigkeit, Familie, Identität und transgenerationale Traumata.Und das Nachwort solltet ihr unbedingt mitlesen! Dort werden doe Parallen zur eigenen Familiengeschichte der Autorin deutlich, dieses Persönliche fand ich besonders toll.