Inhalt: An einem heißen Sommertag besucht Rahel ein Festival und wird dort von einem jungen Mann verfolgt. Jahre später liegt sie tot auf ihrer Terrasse, bedeckt von einer dünnen Schneeschicht. Was ist passiert und hängt ihr Tod mit den Ereignissen von damals zusammen?
Mein Leseeindruck: Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas Zeit brauchte, um mich in die Geschichte einzufinden. Für meinen Geschmack schweifte die Erzählung stellenweise etwas zu sehr ab, wodurch sich für mich einige Längen entwickelten. Da ich den ersten Band nicht gelesen habe, hatte ich außerdem immer wieder das Gefühl, dass mir gewisse Vorkenntnisse fehlen. Gerade die Figuren, ihre persönlichen Geschichten und einige Zusammenhänge hätte ich vermutlich besser einordnen können, wenn ich den Vorgänger bereits gekannt hätte.
Der Ermittler Wase Rahim war mir dennoch schnell sympathisch. Besonders mochte ich seine empathische und einfühlsame Art. Im Laufe der Geschichte wird der Fall für ihn zunehmend persönlich, was seiner Figur noch einmal eine interessante Tiefe verleiht.
Emotional am meisten berührt hat mich jedoch Lennart Bär. Seinen Schmerz und seine Verzweiflung konnte ich sehr gut nachempfinden. Vor allem sein unermüdlicher Kampf, die Suche nach seinem vermissten Sohn nicht aufzugeben und mit allen Mitteln weiterzumachen, hat mich berührt. Seine Geschichte gehört für mich zu den stärksten und bewegendsten Aspekten des Buches.
Mit der zweiten Hälfte kam dann die große Wende für mich und es hat sich definitiv gelohnt, dranzubleiben. Die Spannung nahm spürbar zu, erste Zusammenhänge wurden erkennbar und von diesem Moment an habe ich richtig mitgefiebert. Nach und nach kamen Geheimnisse ans Licht und es gab einige Wendungen, die mich überraschen konnten. Dabei offenbarten sich so manche menschlichen Abgründe, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.
Fazit: Auch wenn Vier Minuten Stille für mich etwas Anlauf brauchte, konnte mich die zweite Hälfte überzeugen. Besonders die vielschichtigen Figuren und ihre persönlichen Schicksale werden mir im Gedächtnis bleiben.