Saratoga Schaefer, Serial Killer Support Group - diese Selbsthilfegruppe ist tödlich.Ich fand das von der Beschreibung beziehungsweise vom Klappentext her schon richtig gut. Stell dir vor, deine kleine Schwester wurde ermordet und es stellt sich heraus, dass es ein Serienkiller in New York gewesen sein muss. Und du infiltrierst nun, nachdem du gehört hast, dass es eine Selbsthilfegruppe für Serienmörder gibt, genau diese Gruppe, um den Mörder deiner Schwester ausfindig zu machen. Natürlich bist du kampferprobt und grundsätzlich gut darauf vorbereitet - aber eben trotzdem eine junge Frau, die sich mitten unter potenziell hochgefährliche Menschen begibt.Diese Geschichte hat mich total angesprochen. Ich fand, sie klang besonders, ungewöhnlich und irgendwie auch ein bisschen schwarzhumorig. Tatsächlich wird es dann auch blutig, brutal und stellenweise ziemlich grausam; also durchaus das, was ich von einem härteren Thriller erwarte.Im Mittelpunkt steht Cyra, deren Schwester Mira ermordet wurde. Die Erzählperspektive ist insgesamt eher jugendlich gehalten, dadurch liest sich das Buch sehr schnell und leicht weg und wäre meiner Meinung nach auch für jüngere Thrillerlesende gut geeignet. Gleichzeitig hat mich die Erzählerin emotional nicht komplett erreicht. Man bleibt zwar überwiegend bei Cyra und ihren Gedanken, bekommt zwischendurch aber auch andere Perspektiven und Sichtweisen mit hinein.Was für mich nicht ganz funktioniert hat, war die tatsächliche Spannung. Vielleicht, weil das Setting schon sehr abstrus ist; diese Vorstellung einer Selbsthilfegruppe für Serienkiller schafft zwar Atmosphäre, wirkte auf mich aber gleichzeitig etwas zu konstruiert, um wirklich Angst oder echtes Unbehagen auszulösen. Ich habe mich deshalb eher unterhalten als wirklich gegruselt gefühlt.Trotzdem behandelt das Buch interessante Themen: Grenzüberschreitungen, die Begegnung mit dem Bösen und die Frage, was Gewalt, Rache und Obsession mit einem Menschen machen können. Das Ende fand ich wiederum richtig gelungen. Dort zieht die Geschichte noch einmal spürbar an und bietet einige Twists, die man teilweise ahnen konnte, teilweise aber eben auch nicht.Insgesamt für mich ein ungewöhnlicher, kurzweiliger Thriller zwischen 3,5 und 4 Sternen.