Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Zeiträumen geschrieben. Lucinde Hutzenlaub schafft es, die Geschichte einer Flucht aus Deutschland hautnah zu beschreiben, dass man die Emotionen der Protagonisten sehr gut nachvollziehen kann.Die Familie Eichelbaum aus Reutlingen muss wegen der Rassengesetze von Hitler aus Deutschland fliehen, ein guter Freund der Familie arrangiert die Flucht nach England, dort ist es jedoch trotzdem nicht sicher und da es keine Perspektive für die Familie gibt, nehmen sie die Chance war, nach Neuseeland zu fahren. Für die Erwachsenen ist es sehr schwer dort Fuß zu fassen, den Kindern fällt der Neubeginn leichter, sie lernen die Sprache und können wieder lachen und spielen.Doch ein Schicksalsschlag nach dem Anderen sucht die Familie heim. Am Ende bleibt nur noch Marge übrig, inzwischen 97 Jahre alt und sehr verbittert, weil ihr das Leben so übel mitgespielt hat.Wie sie am Ende doch noch mit ihrer Geschichte versöhnt wird, hat mit einem weiteren Erzählstrang über die junge Frau Karla zu tun, die nach Neuseeland aufbricht, nachdem ihr Fast-Ehemann vor der Hochzeit verstirbt und sie die Reise, die sie gemeinsam geplant hatten, nun alleine antritt.Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist gefühlvoll und abwechslungsreich geschrieben, die Tagebucheintragungen der verschiedenen Personen wechseln sich mit Kapiteln in der Vergangenheit und Gegenwart ab. Mir war nicht bewusst, dass Juden sogar bis nach Neuseeland ausgewandert sind um Hitler zu entkommen. Die Geschichte nach wahren Begebenheiten zeigt, in welchem Maße der Nationalsozialismus Auswirkungen auf die Schicksale vieler Menschen hatte.