Im Jahr 1899 bricht für Familie Fromm ein neuer Abschnitt an, denn die Brüder Paul und Otto möchten im nahen Schwartau eine Fabrik für Bohnerwachs gründen. Gemeinsam mit der Mutter und den beiden Schwestern Emma und Tilde ziehen sie deshalb fort vom geliebten Rostock. Obwohl sie die große Stadt vermissen, wird der Neuanfang nicht so schrecklich wie erwartet. Vorallem weil Emma von Beginn an wieder für die Buchhaltung zuständig ist, wie sie es zuvor auch schon in Pauls Apotheke war. Wie versprochen darf Emma auch nach einigen Jahren endlich eine Abteilung für Süßwaren mit aufbauen, wo neben Kunsthonig auch leckere Konfitüre aus Erdbeere hergestellt werden soll. Hiermit geht ihr größter Traum in Erfüllung, denn nun kann jeder die leckere Marmelade käuflich erwerben und den gleichen Genuss erfahren, wie ihn seit jeher dank einer guten Freundin ihrer Mutter kennt. Auch Tilde findet bald einen Platz im Familienunternehmen und darf als Zeichnerin in der Abteilung für Reklame maßgeblich das Aussehen der Etiketten bestimmen. Dennoch wird die Führung einer wachsenden Firma von so manchen Schwierigkeiten und Hürden erschwert und die Familie muss mehr als einmal kreativ werden, um in eine positive Zukunft gehen zu können.
Romy Herold ist das Pseudonym der beiden Autoren Eva-Maria Bast und Jorn Precht, die gemeinsam die Firmengeschichte der Schwartauer Werke auf fesselnde Weise erzählen. Anhand der beiden Protagonistinnen Emma und Tilde Fromm erleben die Leser*innen die Entwicklungen in Familie und Unternehmen auf berührende, nahbare Weise. Da es immer wieder Zeitsprünge in der Handlung gibt und diese den Roman in einzelne Zeitabschnitte einteilen, kommt es nie zu Längen.
Beim Lesen des Buches konnte ich alles um mich herum vergessen und war gefesselt von der Handlung, die immer interessant, kurzweilig und bewegend war. Denn neben der Firmengeschichte hat das Autorenduo auch zeitgeschichtliche Ereignisse einfließen lassen, sodass es ein perfekter historischer Roman geworden ist.