Buchinhalt:
Rostock im ausgehenden 19. Jahrhundert: Die Unternehmerfamilie Fromm zieht um nach Schwartau, wo eine Chemiefabrik entstehen soll doch die beiden Schwestern Emma und Tilde haben anderen Träume. Ihre Erdbeermarmelade ist ein Traum und sie soll zukünftig im großen Stil produziert und unter die Leute gebracht werden. Diese Plan ist der Grundstock für die heute noch bekannte Marmeladenmarke Schwartau...
Persönlicher Eindruck:
Wer kennt sie nicht, die berühmte Schwartau-Konfitüre? Doch wie kam es dazu, warum ist die Marke bis heute etabliert und wer zeichnet verantwortlich für die Gründung dieses Unternehmens? Es waren zwei Schwestern, Tilde und Emma Fromm, beide aus einer bereits etablierten Rostocker Unternehmerfamilie.
Während der Bruder mit Bohnerwachs bereits erfolgreicher Geschäftsmann ist, sind die beiden Schwestern im Grunde noch gefangen zwischen dem allgemeinen Frauenbild ihrer Zeit und der neuen Moderne. Ihre Erdbeermarmelade ist ein Gedicht und so kommt es dazu, dass diese ein neuer Geschäftszweig der Fromm-Familie sein wird. In Schwartau gründen Emma und Tilde ihr neues Unternehmen und von da an ist die Schwartau-Konfitüre auf dem Markt.
Der Schreibstil des Romans liest sich eingängig und leicht, man taucht als Leser ein in die Welt zur Jahrhundertwende und in das Leben der Figuren. Es ist ein Familienroman mit den dementsprechenden Banden, zahlreiche Personen geben sich die Klinke in die Hand und dennoch bleibt die Art der Erzählung locker und leicht. Was mich mit der Zeit etwas gestört hat, war die unglaubliche Detailverliebtheit. Jedes Essen, jede noch so unwichtige Kleinigkeit wird in aller Ausführlichkeit beschrieben und es wundert einen als Leser nicht, dass am Ende über 500 Seiten zusammenkommen. Weniger wäre hier mehr gewesen, auch um die Spannung in der Geschichte aufrecht zu erhalten.
Ein zweites Manko: die teilweise hölzernen Figuren, denen es an Gefühl und Emotion im Auftritt und ihrer Handlung fehlt. Tragische Ereignisse werden in wenigen Worten abgehandelt und bleiben somit lediglich Randerscheinung, als hätten die Figuren rein gar nichts damit zu tun. Wenn ich eine historische Familiengeschichte lese, möchte ich mitleiden und mitfiebern und genau das erschwerte mir diese Geschichte. Während wie gesagt Nichtigkeiten in allen Details ausgebreitet wurden fehlte es an den wichtigen Stellen an Detail und Tiefe, so richtig funktioniert hat das Ganze also nicht nd die Handlung kam ins Plätschern. Nicht gut, auch wenn das Buch leicht zu lesen ist.
Es ist nicht die erste Romanbiografie von Romy Herold (ein Pseudonym), doch wie schon beim Marzipanschlösschen ist mir die Geschichte an vielen Stellen einfach zu seicht, wohingegen wichtige Passagen zu schnell abgehandelt werden. Insgesamt eine nette Geschichte, aber nichts was längerfristig nachhallt allenfalls ein leichter Roman für den Sommer, für zwischendurch. Das geht eindeutig besser, trotz den schönen und ins Auge fallenden Covers!