"Sicher erwartet niemand, der in den Urlaub fährt, zerstückelt und in einen Häcksler gesteckt zu werden.."
"..als ich um die Ecke bog, versuchte er trotzdem, sie zu küssen.."
Die Drecksau..
Häcksler..
Na, wenn das kein gelungener Einstieg in die neueste Dark RomCom ist, dann weiß ich auch nicht. Wir reden hier von keiner Geringeren als Brynne Weaver, bekannt durch die Reihe "Butcher & Blackbird".
Dieses Mal dreht sich wieder alles um zwei Serienkiller: Harper und Nolan. Und wenn diese beiden aufeinandertreffen, bleibt kein Auge trocken und die Ohren werden rot. Beide Protagonisten fand ich unglaublich unterhaltsam. Sie haben starke Persönlichkeiten und lassen sich nicht unterkriegen. Der Schlagabtausch zwischen ihnen war köstlich, und die Spannung sowie die Anziehungskraft waren jederzeit deutlich spürbar.
Die Spice-Szenen fallen dieses Mal allerdings eher überschaubar aus und sind weder obszön noch übermäßig detailliert beschrieben. In "Tourist Season" liegt der Fokus vielmehr auf der Gefühlswelt unserer Protagonisten sowie auf dem angedeuteten Kriminalfall.
Leider entwickelte sich die Romance zwischen den beiden für meinen Geschmack etwas zu schnell. Das wirkte auf mich stellenweise etwas oberflächlich. Dafür bekommt man jedoch eine ordentliche Portion Thriller geboten. Die Mordszenen sind wie schon in der vorherigen Reihe wieder sehr blutig und skurril. Sagen wir es mal so: Ich betrachte Häcksler und Vogelhäuschen jetzt mit ganz anderen Augen.
Doch nicht nur das: Auch das Setting ist definitiv außergewöhnlich. Cape Carnage wirkt auf den ersten Blick wie eine niedliche Kleinstadt. Bei genauerem Hinsehen lernen wir jedoch allerlei lustige und verschrobene Bewohner kennen. Allen voran Arthur, eine kleine Nebenfigur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe.
Mit "Tourist Season" hat die Autorin aber nicht nur erneut eine RomCom abgeliefert, die mich zum Lachen gebracht hat. Auch eine ernstzunehmende Krankheit wird thematisiert. Diese Verknüpfung ist ihr meiner Meinung nach sehr gelungen. Zwischen all dem Humor wird nämlich auch ein gezielter Angriff auf das Leserherz gestartet.
Ich kann "Tourist Season" auf jeden Fall auch Leser*innen empfehlen, die einmal eine Dark RomCom ausprobieren möchten und dabei nicht allzu viel Spice brauchen, dafür aber eine ordentliche Portion Spannung schätzen.
Einziger Wermutstropfen für mich ist das Ende: Es gibt einen richtig fiesen Cliffhanger ...