Davi ist die prophezeite Heldin, die den Dark Lord besiegen soll. Doch statt zu triumphieren, stirbt sie immer wieder und beginnt ihre Mission von vorn. Nach ihrem 237. Tod hat sie genug: Wenn der Böse jedes Mal gewinnt, wird sie eben selbst zum Dark Lord. Dabei verfolgt sie nur ein Ziel: die endlose Zeitschleife endlich zu durchbrechen. Und vielleicht sogar Frieden zwischen Menschen und Monstern zu schaffen. Allerdings gerät ihr Plan schneller außer Kontrolle als gedacht.
Davi ist eine Protagonistin, die man einfach ins Herz schließen muss. Sarkastisch, schlagfertig und völlig unberechenbar stolpert sie von einem Abenteuer ins nächste und sorgt dabei immer wieder für urkomische Momente. Ihre Kommentare haben mich oft zum Lachen gebracht. Es gibt auch einige Fußnoten, die zusätzlich unterhalten. Ich fand jedoch ihre ganzen anzüglichen Bemerkungen ziemlich gewöhnungsbedürftig. Teilweise äußerst sie diese echt in den unpassendsten Situationen.
Wie lernen zudem eine Vielzahl von Charakteren kennen: Menschen, Orks, Schlangenmenschen und zahlreiche andere Kreaturen. Viele von ihnen gehören der sogenannten Horde an, der dunklen Seite des Konflikts, was mal ein ganz anderer Ansatz ist. Ein Personenregister könnte tatsächlich ganz hilfreich sein.
Hinter dem ganzen Humor steckt außerdem mehr, als man zunächst erwartet: Die Figuren entwickeln sich glaubwürdig weiter, die Welt gewinnt zunehmend an Tiefe und zwischen all dem Chaos finden auch ernstere Themen ihren Platz.
Auch das Magie-System ist interessant. In dieser Welt lässt sich Magie nämlich mithilfe verschiedenfarbiger Edelsteine wirken.
Übrigens gibt es auch eine queere Liebesgeschichte, welche mir an sich ganz gut gefallen hat.
Wenn ihr Fantasy mögt, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, seid ihr bei dieser Dilogie genau richtig. Der Autor spielt gekonnt mit bekannten Fantasy-Klischees und überzeugt durch originelle Ideen, ein hohes Erzähltempo, überraschende Wendungen und humorvolle Dialoge. Ich mag auch, dass immer wieder ein paar Easter Eggs eingestreut werden und habe mich jedes Mal gefreut, wenn ich etwas erkannt habe.