Penelope stammt aus St. Ives, lebt jedoch für ihren Job bei einer Unternehmensberatung in London. Nach Hause kommt sie selten. Als es mit ihrem Vorgesetzten Eric Probleme gibt, nimmt sie notgedrungen Urlaub. Zuhause wird sie unverhofft Organisatorin einer Wanderung für wohltätige Zwecke, was sie Nathan, einem örtlichen Farmer sehr nahe bringt. Er ist ihr heimlicher Crush, seit sie denken kann, aber auch der Freund ihres Bruders und ein echter Griesgram. Doch dahinter stecken große Sorgen. Obwohl sich zwischen den beiden mehr entwickeln könnte, wollen beide dies nicht zulassen. Beide haben ihre Vorstellung von der Zukunft, die einer von ihnen zwangsläufig aufgeben müsste. Doch hat ihre Liebe wirklich keine Chance?
Ich habe mich gefreut nach Summer Tides ins schöne St. Ives zurückzukehren, das sich dieses Mal in herbstlichem Gewand zeigt. Kühler, regnerischer und sehr cozy beschreibt die Autorin das Setting. Durch die Farm und die Wanderung bekommt die Natur hier viel Raum und man kann sich herrlich ins herbstliche Cornwall träumen. Die Protagonisten Nathan und Penelope könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine lebt für seinen eher schlecht laufenden Hof, seine Schafe und die Arbeit an der frischen Luft, die andere geht darin auf, ihren Job in London perfekt zu erledigen und Karriere zu machen. Dennoch ist zwischen den beiden ein gewaltiger Funke. Beide versuchen immer wieder zu verhindern, dass Gefühle aufflammen, beiden ist bewusst, dass eine Beziehunge vermutlich keine Zukunft haben kann. Hier gefiel mir besonders, dass Penelope ihr Leben selbst bestimmen möchte, sie will sich nicht für einen Partner verbiegen müssen. Nathan ist älter als sie und möchte nicht, dass seine Bürde zu ihrer wird. Seine wortkarge Art war anfangs gewöhnungsbedürftig, doch die Infos, die man beim Lesen erhält, haben dafür gesorgt, dass ich ihn besser verstandnen habe. Im Vergleich zu Summer Tides habe ich hier mehr Reibung, mehr Knistern und mehr Gefühle wahrgenommen. Trotz Slow Burn gibt es auch hier ein wenig Spice.
Was ich auch sehr schön fand, ist, dass man sich in der Gemeinschaft des Örtchens St. Ives nun fast schon heimisch gefühlt hat. Man trifft einige Nebencharaktere wieder und lernt sie besser kennen. Alle sind so hilfsbereit zueinander und nehmen am Schicksal der anderen Beteiligten teil. Das macht auch viel von der cozy Stimmung im Buch aus. Lange war ich mir nicht sicher, ob man sich hier auf ein Happy End freuen kann, weil es immer wieder Hürden und Bedenken gab. Am Ende überraschten mich Nathans und Penelopes Entwicklung wohl genauso, wie sie sich gegenseitig. Das perfekte Buch für einen Wohlfühl-Lesetag. Gute 4 Sterne