
Der deutsche Reformator Martin Luther (1483 1546) wurde in eine Zeit der wachsenden Angst vor vermeintlichen Hexen hineingeboren, die einige Jahrzehnte spater in massenhaften Verfolgungen mündete. Geprägt durch Phasen von Krieg, Seuchen, Hungersnoten und klimatischen Extremen entwickelte sich Luther zu einem der schärfsten Kritiker des Aberglaubens seiner Zeit. Trotz seines Bruchs mit der Römisch-Katholischen Kirche distanzierte er sich jedoch nicht von dem aus der scholastischen Theologie stammenden Glauben an Personen mit magischen Kräften.
Stellen vermeintliche Hexen für den Menschen des 21. Jahrhunderts offenkundig auf Fantasien beruhende Konstrukte dar, waren sie doch für den Reformator und seine Zeitgenossen eine real existierende Bedrohung am Rande der christlichen Gesellschaft. Ausgehend von dieser Annahme untersucht die vorliegende Arbeit anhand der Predigten Martin Luthers zum Thema Hexerei jene des criminis magiae beschuldigten Personen als diskriminierte soziale Gruppe in der Frühen Neuzeit. Dazu werden in einer interdisziplinären Synthese sowohl aktuelle Theorien aus der Diskriminierungsforschung als auch aus der Sprach- und der Geschichtswissenschaft genutzt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung. - Thematische Hinführung. - Analyse. - Fazit und Ausblick. - Quellen und Literaturverzeichnis.
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