Spannendes Finale der Reihe
Es ist der dritte und letzte Band der Reihe und ich empfehle unbedingt, zuerst die beiden anderen Bücher zu lesen. es geht wieder nach Malcesine, wo Bianca Rossi die Marescialla der dortigen Polizeistation ist. In dem gemütlichen Örtchen ist es im Moment erstaunlich ruhig und die Polizei kann eine ruhige Kugel schieben. Für Bianca trifft das aber nicht wirklich zu. Ihr ehemaliger Partner, der sie in große Gefahr gebracht hat, und ihren Lebensgefährten Amedeo lebensgefährlich verletzt hat, sitzt zwar hinter Gittern, aber sie kann einfach nicht vergessen. Drei Jahre ist es nun her und Bianca wird immer noch von Alpträumen geplagt. Ihre größte Angst ist, was geschieht, wenn er seine Strafe abgesessen hat?Als dann der Schauspieler Leandro Pavone mitten auf der Bühne tot zusammenbricht, kann sie sich zumindest mit der Ermittlungsarbeit ablenken und sie und ihre Kollegen können endlich etwas anderes tun, als nur die Streifenwagen und die Polizeistation zu wienern. Der Fall ist sehr mysteriös und es gibt verschiedene Verdächtige. Wendungen lassen alles immer wieder in einem neuen Licht erscheinen. Die Ermittlungen bringen so Einiges zu Tage und die Auflösung war dann wirklich krass. Neben den spannenden Ermittlungen gibt es aber für Bianca eine Sache, die ihr nicht aus dem Kopf gehen will. Was ist, wenn Tiziano aus der Haft freikommt?Diese Angst konnte ich beim Lesen förmlich spüren. Sie ist für Bianca wirklich allgegenwärtig. Es gibt immer wieder Momente, die sie triggern und in helle Panik versetzen. Auch, wenn sie eine taffe und couragierte Frau ist, welche die Polizeistation souverän leitet, ist sie in solchen Momenten vollkommen hilflos und panisch. Eine große Stütze ist ihr dann Amedeo. Aber auch er kann ihr die Angst nicht nehmen.Das Buch ist in personaler Erzählperspektive von Bianca geschrieben. Aber es gibt kurze Kapitel, in denen in der Ich-Form von Tiziano geschrieben sind. Er schmiedet fürchterliche Rachepläne und seine Gedanken sind so düster und haßerfüllt, dass man beim Lesen Gänsehaut bekommt. Biancas Freund Amedeo ist ein ganz toller Charakter. Ihn muss man einfach ins Herz schließen. Er ist so einfühlsam, bedrängt sie nie und ist ihr Fels in der Brandung. Er würde jederzeit sein Leben zu ihrem Schutz aufs Spiel setzen. Einen wie ihn kann man sich nur an seiner Seite wünschen.Zum Buch möchte ich nicht zu viel erzählen, um nicht zu Spoilern. Der Schreibstil gefällt mir wirklich sehr. Heidi versteht es hervorragend, ihn entsprechend der unterschiedlichen Situationen und Themen anzupassen. Der Mordfall und die Ermittlungen dazu ist sachlich, aber spannend erzählt. Das Thema um Bianca und Tiziano ist hingegen sehr einfühlsam und mit dem notwendigen Ernst behandelt. Es kommt sehr deutlich zum Ausdruck, was eine toxische Beziehung und Gewalt in der Beziehung mit dem Opfer machen. Auch die Schuldumkehr wird beschrieben. Bianca fragt sich, ob es ihre Schuld war, dass Tiziano sie so behandelt hat. Sie überlegt, ob sie Fehler gemacht hat und sich falsch verhalten hat. Ein typisches Opferverhalten. Auch das Thema Femizid ist sehr eindrücklich behandelt. Das Setting ist wieder einmal wunderschön. Das liegt am in diesem Fall sehr bildhaften Schreibstil. Man hat die schöne Gegend direkt vor Augen. Und wenn man, wie ich, Malcesine kennt, wird viele schöne Ecken wieder erkennen.Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen und gebe hier meine unbedingte Leseempfehlung.