Mit "Der Tag, an dem ich sterben sollte" hat der Überlebende Said Etris Hashemi ein extrem wichtiges und aufrüttelndes Buch vorgelegt.Es ist der persönliche Erfahrungsbericht eines jungen Mannes, der am 19. Februar 2020 beim rassistischen Terroranschlag in Hanau schwer verletzt wurde und seinen Bruder Said Nesar verlor.Das Buch verwebt Hashemis Kindheit und Jugend in Hanau mit den grausamen Ereignissen der Anschlagsnacht und dem jahrelangen Kampf danach.Er schildert nicht nur die Todesangst während des Attentats, sondern legt lückenlos offen, wie kalt, empathielos und teilweise absurd ungerecht die Überlebenden und Angehörigen von Behörden, Polizei und Politik im Anschluss behandelt wurden.Ich bin nach dem Lesen schockiert, aufgewühlt und ehrlich gesagt einfach nur wütend.Obwohl man von dem Anschlag in Hanau aus den Medien wusste, macht dieses Buch aus der Betroffenenperspektive erst greifbar, wie tiefgreifend das Unrecht vor Ort wirklich war.Said Etris Hashemi schreibt unglaublich berührend, ehrlich und nahbar.Besonders die Passagen über den Umgang der Polizei und Behörden mit den Betroffenen lassen einen fassungslos zurück. Es brennt sich ins Gedächtnis ein, wie Opfer und Überlebende Täter-Opfer-Umkehr und strukturellem Rassismus aussetzt waren, anstatt Schutz und Empathie zu erfahren. Es ein Buch, das wütend macht, aber genau deshalb unverzichtbar ist.Es deckt Missstände auf, die in der normalen Berichterstattung viel zu oft untergehen.Ein schmerzhaftes, aber enorm wichtiges Buch.Es hält unserer Gesellschaft und dem Rechtsstaat den Spiegel vor und ist ein absolutes Pflichtbuch.Eine uneingeschränkte Leseempfehlung.