Schon das Cover stimmt perfekt auf diesen gruseligen Lesespaß ein. Blutrot und schwarz-düster sieht einem die Villa und die Schrift vor hellem Hintergrund entgegen. Den Leser erwartet eine sehr atmosphärische, gruselige und an manchen Stellen auch brutale Geschichte. Wer da sehr empfindlich ist, der sollte besser nicht lesen. Dabei sind es aber eigentlich nicht so sehr heftige Schreckmomente, sondern ein permanentes Gefühl der Bedrohung. Das Haus ist, wie in meiner Überschrift geschrieben, im Grunde auch nur ein Mensch und hat sozusagen seinen eigenen Kopf. Mag das Haus jemanden nicht, da derjenige vielleicht böse Absichten hat, dann erledigt die Villa diesen jemand. Und das tut die Villa gerne drastisch, schnell und radikal. Ich würde sagen das Haus ist sehr kreativ und denkt sich gerne Tötungsarten aus. Wer dem Haus wohlgesonnen ist und wen das Haus mag den schützt es. Aber alles hat halt seinen Preis. Und den bestimmt das Haus. Man sollte bei der Villa eben nicht in Ungnade fallen.
Mir hat das Lesen des Buches sehr viel Spaß gemacht. Das leise Gefühl der Bedrohung, der langsame Aufbau der Geschichte und der schwarze Humor haben mir das Lesen wirklich zum Vergnügen gemacht. Und es ist nicht nur grausig. Ich habe öfters auch gelacht. Man muß allerdings schon makabren Humor mögen. Dann lacht man auch mal mit der Villa. Doreen und ihre Tochter waren mir eigentlich auch sehr sympathisch, nur konnte ich manche Handlungen nicht selber nachvollziehen. Eine Villa für 100 Euro klingt natürlich erstmal toll. Aber man muß doch Unsummen für das Erhalten und Instand-Setzen eines denkmalgeschützten Hauses aufbringen können. Und schon bei der Versteigerung war klar: unsympathische Zeitgenossen wollen sich die Villa unter den Nagel reißen. Ein aggressiver Möchtegern-Erbe und eine Immobilienfirma...... na da hätte ich dankend verzichtet. Da erwartet man doch bereits Terror. Aber gut, die Villa selbst hat da ja nun auch noch ein Wörtchen mitzureden. Das sollte einen allerdings auch nicht wirklich beruhigen ;-) .
Denkt man zwar anfangs noch an natürliche Ursachen hinter den Ereignissen (wie gesagt: unliebsame Zeitgenossen möchten die Villa) wird doch recht bald klar: es geht nicht mit rechten Dingen zu. Die Villa handelt selbst, besitzt Macht und sie ist nicht zu Scherzen aufgelegt. Am Ende hätte ich mir zwar noch mehr Informationen zur Villa gewünscht, z.B. wie genau ihre okkulte Vergangenheit war. Das war leider nur relativ kurz. Aber es hat wirklich Spaß gemacht das Buch zu lesen. Ein nicht zu dickes Gruselbuch, wie ein guter und unterhaltsamer Horrorfilm a la Amityville (die alten Filme) oder Landhaus der toten Seelen. Gerne mehr davon, ich mag Spukhäuser und Co. immer wieder gern.