Das Buch wirbt mit Tags wie Cosy Crime, was für meinen Geschmack leider nicht wirklich gepasst hat. Rivals-to-Lovers und Slow Burn passt recht gut, wobei die beiden eigentlich nie wirklich Rivalen sind. Ich weiß gar nicht so recht, in welche Kategorie ich das Buch stecken würde. Denn es ist für mich kein richtiger Krimi, aber so wirklich eine Liebesgeschichte auch nicht. Es steckt irgendwo dazwischen und ist nichts wirklich halbes und nichts ganzes, wie man so schön sagt.
Die Geschichte wird aus Virginias Sicht erzählt. Virginia fand ich als Protagonistin durchaus sympathisch, wenn auch teilweise etwas anstrengend. Sie und Felix sind auf jeden Fall die Hauptpersonen. Der Großteil der Geschichte dreht sich eigentlich um die aufkeimende Beziehung zwischen den Beiden. Was mir hier sehr gut gefallen hat, war das Tempo. Es wirkt natürlich und ist nicht übertrieben. Keine Liebe auf den ersten Blick, sondern eher eine Anziehung, die im Laufe der Zeit wächst. Auch die Streitgespräche der beiden waren sehr unterhaltsam, wurden aber irgendwann ein bisschen viel.
Die Bewohner des Castle Claude kommen dafür für meinen Geschmack viel zu kurz. Gerade die kauzige Seniorentruppe hatte so viel Potenzial, dass leider kaum ausgeschöpft wird. Das fand ich sehr schade. Gleiches gilt für das im Klappentext erwähnte Krimispiel. Das taucht ab und zu kurz als Nebenhandlung auf, ist aber leider zu wenig präsent.
Auch der Todesfall ist für meinen Geschmack viel zu oft eher Nebenhandlung. Der ermittelnde Beamte taucht nur selten auf und von seinen Ermittlungen bekommt man kaum etwas mit. Insgesamt war das für mich auch einfach alles nicht stimmig. Da wird eine Leiche gefunden, aber es werden nicht mal die Zeugen befragt, weil man einfach direkt mal von einem Unfall ausgeht. Dafür bringen Virginia und Felix bei ihren Ermittlungen direkt jede Menge in Erfahrung. Die Auflösung war überraschend, hat aber für mich auch nicht wirklich gepasst und wurde relativ schnell und unspektakulär abgehandelt.
Insgesamt war "Flirting with Murder" eine nette Lektüre, aber kein Buch, das mich wirklich begeistern konnte.