Zwischen 1959 und den frühen 1970er-Jahren entstand im westdeutschen Kino eine einzigartige Krimi-Mythologie. Edgar Wallace bildete ihr Zentrum, doch auch Dr. Mabuse, Bryan Edgar Wallace, Louis Weinert-Wilton, Francis Durbridge und zahlreiche weitere Produktionen schufen gemeinsam ein filmisches Universum, das bis heute zu den prägenden Erinnerungsräumen des deutschen Unterhaltungskinos gehört. In einer Folge miteinander verwobener film- und kulturhistorischer Essays zeichnet Christian Dörge chronologisch die Entwicklung dieses außergewöhnlichen Krimi-Universums nach. Dabei entfaltet sich weit mehr als die Geschichte einzelner Filme: Sichtbar wird die Entstehung einer Epoche, deren Regisseure, Schauspieler, Komponisten, Kameraleute und Produzenten eine unverwechselbare filmische Mythologie hervorbrachten. Produktionsgeschichten, zeitgenössische Rezeption, ästhetische Entwicklungen und kulturhistorische Zusammenhänge verbinden sich zu einem Panorama des westdeutschen Kriminalkinos der 1960er-Jahre. Dieses Buch versteht sich nicht als enzyklopädisches Nachschlagewerk, sondern als persönliche Sammlung von Essays über Filme, die weit mehr sind als spannende Kriminalgeschichten. Sie erzählen von einem künstlichen England, das niemals existierte - und dennoch für Generationen von Zuschauern zu einem vertrauten Erinnerungsort geworden ist. Der vorliegende erste Band begleitet die Edgar-Wallace-Reihe von ihrem Beginn im Jahr 1959 bis an die Schwelle ihrer tiefgreifenden Wandlung Ende der 1960er-Jahre.