Der Schimmelreiter ist eine Novelle des poetischen Realismus und zä hlt zu den bedeutendsten Werken der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts.
Theodor Storms Spä twerk erzä hlt von einem Mann, der seiner Zeit voraus ist, von einem Trä umer mit technischem Verstand und einem Herzen, welches an der Kä lte seiner Umwelt zerbricht.
Im Mittelpunkt steht die Figur des Hauke Haien, ein rationaler, naturwissenschaftlich interessierter Mann, der in einer von Aberglauben geprä gten Gemeinschaft lebt. Seine Mitmenschen sehen in seinem weiß en Pferd ein Symbol fü r dä monische Krä fte: Der Schimmel wird zum Sinnbild ihrer Angst vor dem Neuen. Die dunkle, dü stere Atmosphä re, die weite nordfriesische Landschaft, das unheilvolle Meer - all dies erzeugt eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann.
Storm verwebt Naturgewalt, Tragik und psychologische Tiefe zu einer Erzä hlung, die Fragen nach Technikglä ubigkeit und gesellschaftlichem Widerstand stellt. Dabei fasziniert die Hauptfigur Hauke Haien Leserinnen und Leser bis heute: Ein Mensch, der das Richtige will und doch daran zerbricht.
Erstmals erschienen 1888, hier als Taschenbuch-Neuausgabe in gut lesbarer Schriftgrö ß e.
Theodor Storm.
Der Schimmelreiter.
Novelle.
Erstdruck: Verlag Gebrü der Paetel, Berlin 1888.
Durchgesehener Neusatz, der Text dieser Ausgabe folgt:
Ullstein Verlag, Frankfurt am Main 1994.
Vollstä ndige Neuausgabe, Gö ttingen 2025.
LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag