Während der Weihnachtsferien kehrt die 16-jährige Teddy nach Jahren aufs Familienanwesen zurück, das mittlerweile jedoch nicht mehr ihrer adligen Familie gehört. Weil die Familie praktisch pleite ist, wurde das Herrenhaus samt Insel, auf der es liegt, an den Mann von Teddys Tante, einen stinkreichen Amerikaner, verkauft. Der erweist sich als ausgesprochen unsympathisch. Schon bald ist er tot, und die Trauer aller hält sich sehr in Grenzen.
Alexandra Fischer-Hunold lehnt ihr "Falsches Spiel im Herrenhaus" eindeutig an klassische Cosy-Crime-Geschichten an. Agatha Christie wird in der Handlung sogar mehrfach erwähnt, ist sie doch die ausdrückliche Lieblings-Autorin der Protagonistin. Auch dass der Handlungsort durch die Wetterlage von der Außenwelt abgeschnitten ist, erinnert stark an klassische Geschichten des Genres. So unsympathisch wie das Opfer dargestellt wird, wundert es nicht, dass praktisch alle Anwesenden ein Motiv für die Tat hätten. Genau genommen scheint es niemanden wirklich zu stören, das Weihnachtsfest eingeschlossen in einem Haus zu verbringen, in dem noch das Mordopfer liegt. Auch die junge Protagonistin beginnt ausschließlich deshalb zu ermitteln, weil ihr Kindheitsfreund, der Enkel eines Bedienstetenpaars sie darum bittet, da er befürchtet, sein Großvater könne verdächtigt werden. Wie in dem Genre üblich gibt es natürlich zahlreiche falsche Fährten und große Überraschungen. Bis die Tat am Ende natürlich aufgeklärt wird, wird es garantiert nicht langweilig.
Die Autorin benutzt ihre Protagonistin auch als Ich-Erzählerin, womit diese wahrscheinlich der einzige Charakter ist, den der Leser nie zu verdächtigen geneigt ist.
Fazit:
Dieser Cosy Crime in klassischer Machart funktioniert mit seinen überraschenden Twists auch in einem modernen Setting sehr überzeugend.