Ein spannender Krimi über Rache und ihre zerstörerische Kraft, der mich nachdenklich zurückgelassen hat.
Mit diesem Band schlägt die Reihe für mich einen deutlich anderen Ton an. Plötzlich steht nicht mehr nur ein neuer Fall im Mittelpunkt, sondern Luc Verlain selbst. Ein Ereignis aus seiner Vergangenheit holt ihn ein und macht ihn vom Ermittler zum Gejagten.Gerade diese persönliche Bedrohung sorgt für eine enorme Spannung. Der Täter hat über Jahre hinweg auf seine Rache hingearbeitet und verfolgt einen Plan, der ebenso erschreckend wie perfide ist. Dadurch entsteht eine ganz andere Dynamik als in den bisherigen Bänden.Wie gewohnt gelingt es Alexander Oetker dabei, interessante Einblicke in die Region und ihre Geschichte zu vermitteln. Besonders die Hintergründe rund um das Baskenland, San Sebastián und den Drogenschmuggel fand ich spannend und informativ. Gleichzeitig hatte ich jedoch das Gefühl, dass diesmal sehr viele Themen und Handlungsstränge zusammenkommen, die in den vorherigen Bänden oft etwas ausgewogener dosiert wirkten.Auch bei der Glaubwürdigkeit bin ich etwas zwiegespalten. Einige Szenen empfand ich als recht unrealistisch. Besonders die Ereignisse rund um das nächtliche Surfen sowie einzelne Entwicklungen gegen Ende konnten mich nicht vollständig überzeugen. Zudem blieben für mich Fragen offen, die ich mir etwas ausführlicher aufgeklärt gewünscht hätte.Trotzdem hat mich das Buch gefesselt. Die Geschichte ist spannend, temporeich und lässt einen wissen wollen, wie alles zusammenhängt und ausgeht.Am meisten nachdenklich zurückgelassen hat mich letztlich die zentrale Erkenntnis dieses Falls: Der schlimmste Feind des Menschen ist oft der Mensch selbst. Rache begleitet die Menschheit seit ihren Anfängen und dieses Buch zeigt eindrücklich, welche zerstörerische Kraft sie entfalten kann.Für mich ein spannender Band der Reihe, der mich jedoch nicht ganz so überzeugen konnte wie einige seiner Vorgänger.