Miss Mitchelmore wird von einem rätselhaften Fluch heimgesucht, der sie immer wieder in peinliche und gefährliche Situationen bringt. Auf der Suche nach der Person, die ihr schaden möchte, kreuzen sich ihre Wege mit der geheimnisvollen Lady Georgiana, um die sich zahlreiche Gerüchte ranken. Während die beiden versuchen, dem Ursprung des Fluchs auf die Spur zu kommen, geraten nicht nur dunkle Geheimnisse ans Licht, sondern auch ihre Gefühle zunehmend durcheinander.
Schon der Klappentext von Mortal Follies hat mich sofort angesprochen. Eine Mischung aus Fantasy und Regency-Romance vereint schließlich zwei Genres, die ich sehr gerne lese. Die Idee eines rätselhaften Fluchs, kombiniert mit magischen Wesen, Göttern und dem Charme der englischen Regency-Zeit, klang für mich nach einer vielversprechenden Geschichte.
Die Grundidee des Romans hat mir auch tatsächlich sehr gut gefallen. Besonders die Handlung rund um den Fluch und die Frage, wer dahintersteckt, fand ich spannend. Dieser Handlungsstrang hat mich neugierig gemacht und war für mich lange Zeit der stärkste Teil der Geschichte.
Etwa ab der Hälfte des Buches verschiebt sich der Schwerpunkt der Handlung zunehmend von der Fluchgeschichte hin zur Liebesbeziehung zwischen den beiden Protagonistinnen. Grundsätzlich hätte mich diese Entwicklung nicht gestört, doch leider konnte ich zu den Figuren nie eine wirkliche emotionale Verbindung aufbauen. Das lag vor allem an der gewählten Erzählperspektive. Anfangs fand ich die Sicht eines beobachtenden Erzählers noch originell und erfrischend, da sie dem Roman einen besonderen Ton verleiht. Mit fortschreitender Handlung empfand ich diese Distanz jedoch zunehmend als hinderlich. Gerade als die Beziehung und die Gefühle der Protagonistinnen stärker in den Mittelpunkt rückten, hätte ich mir einen direkteren Zugang zu ihren Gedanken und Emotionen gewünscht. Stattdessen blieben beide Figuren für mich auf Abstand, sodass mich ihre Liebesgeschichte emotional nicht so erreichen konnte, wie ich es mir erhofft hatte.
Leider ist für mich auch die Welt der magischen Wesen, Götter und Fabelwesen zu wenig ausgearbeitet, denn obwohl sie unglaublich viel Potenzial besitzt, wird sie nicht genutzt. Immer wieder werden unterschiedliche mythologische Elemente eingeflochten, die jedoch nicht vertieft oder erklärt werden. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, dass die Geschichte nur an der Oberfläche bleibt. Insbesondere die Frage, wie Menschen, Götter und magische Wesen zusammenleben und welche Regeln in dieser Welt gelten, blieb weitgehend unbeantwortet. Gerade dieser Aspekt hätte mich sehr interessiert.
Fazit:
Mortal Follies bietet eine spannende Grundidee, einen interessanten Fluch-Mystery-Plot und eine vielversprechende Mischung aus Regency-Flair und Fantasy. Leider konnte das Buch das Potenzial seiner faszinierenden Welt für mich nicht vollständig ausschöpfen. Vor allem der Weltenbau und die emotionale Bindung zu den Figuren blieben hinter meinen Erwartungen zurück.